Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen

Österreich verhängt Reisewarnung für Kroatien

Die österreichische Regierung hat eine Reisewarnung für Kroatien verhängt.
© REUTERS, ANTONIO BRONIC, AB/KTS/FW1/Philippa Fletcher

17. August 2020 - 10:02 Uhr

Österreich warnt vor Reisen nach Kroatien

Derzeit genießen viele Touristen ihren Urlaub in Kroatien, vor allem aus Deutschland und Österreich. Doch die Lage spitzt sich zu. Das Adrialand meldete am Freitag eine Rekordzahl an Neuinfektionen. Die österreichische Regierung hat deshalb eine Reisewarnung für Kroatien verhängt und ruft ihre Bürger, die sich zurzeit noch in dort befinden, zur Heimkehr auf. Sie tritt am Montag in Kraft. Viele Urlaubsrückkehrer hatten sich mit dem Coronavirus infiziert.

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961 aktive Corona-Fälle in Kroatien am Freitag

Die kroatische Stadt Split
Die Region um Split ist derzeit besonders stark von der Pandemie betroffen.
© PIXSELL

Ab Montag muss bei der Einreise aus Kroatien ein Gesundheitszeugnis (mit negativem PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden ist) mitgeführt werden, teilte das österreichische Außenministerium mit. Alternativ können sich Rückkehrende in (Heim-)Quarantäne begeben, müssen aber auch dann innerhalb von 48 Stunden verpflichtend einen PCR-Test veranlassen – und zwar auf eigene Kosten, heißt es.

Das EU-Land hat am Freitag eine Rekordzahl an Neuansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. 208 Menschen infizierten sich in den vergangenen 24 Stunden mit dem Sars-CoV-2-Virus, teilte der nationale Krisenstab in Zagreb mit. Das ist der höchste Tageswert, der seit Beginn der Pandemie in dem Land registriert wurde. In den letzten zwei Monaten hatte dieser Wert zwischen rund 30 und 100 geschwankt.

Laut Johns-Hopkins-Universität wurden in Kroatien bisher 6.258 positive Coronavirus-Fälle gezählt, 161 Personen sind demnach mit oder an dem Virus gestorben. Die Zahl der aktiven Fälle liegt bei 961. Allerdings werden die meisten Fälle im östlichen Teil des Landes gezählt. Die Küste sei, mit Ausnahme der Region um Split, weniger betroffen, heißt es aus Zagreb.

Meisten junge Menschen auf Partys mit Corona infiziert

Kroatien ist für viele Deutsche eine beliebte Urlaubsdestination. Zuletzt meldete das kroatische Fremdenverkehrsamt, dass der Buchungsrückgang im Lichte der Pandemie nicht so groß sei wie ursprünglich befürchtet. Statt einem erwarteten Rückgang von 70 bis 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr seien es derzeit 55 bis 50 Prozent weniger Übernachtungen.

Zugleich wurden in Deutschland und Österreich zunehmend Urlaubsrückkehrer aus Kroatien registriert, die sich dort mit dem Coronavirus angesteckt hatten. Bei vielen von ihnen handelt es sich um junge Menschen, die angaben, dass sie an Strandpartys teilgenommen hatten. Das bestätigte auch der Direktor des kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit, Krunoslav Capak, in einer Pressekonferenz am Freitag. "Es gibt viele Orte, an denen sich junge Menschen infiziert haben. Etwa zwei Drittel von ihnen waren in Nachtclubs, die nach Mitternacht geöffnet waren", sagte er. Der Krisenstab habe deswegen neue Maßnahmen für diese Einrichtungen festgelegt. So dürften Clubs, Bars und Cafés nur noch bis Mitternacht arbeiten.

Clubs in Kroatien schließen vorübergehend

Viele Locations haben aufgrund der neuen Entwicklung vorübergehend geschlossen, unter anderem der Club "Makarana" in der Küstenstadt Makarska. Dort sollen sich mehrere Urlauber aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit dem Virus angesteckt haben, berichtet die kroatische Tageszeitung "Slobodna Dalmacija". Die Bar sei oft überfüllt gewesen. Der Bürgermeister habe die Clubbesitzer zur Schließung aufgefordert.

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