Neues Landesnetzwerk will Energiewende vorantreiben

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25. August 2019 - 10:10 Uhr

Mit dem Zusammenschluss zu einem Netzwerk wollen zehn Verbände und andere Organisationen mehr Schlagkraft für die Energiewende entwickeln. Beim Ausbau von Windkraft oder Photovoltaik seien viele Hürden zu überwinden, sagte eine Sprecherin des Landesverbands Rheinland-Pfalz im Bundesverband Windenergie. Um gemeinsam mehr erreichen zu können und Kompetenzen zu verbinden, sei nun das neue Netzwerk gebildet worden.

"Endlich müssen auch die Rahmenbedingungen - sowohl auf bundes- wie auch landespolitischer Ebene - so ausgestaltet sein, dass erneuerbare Energien fossile Energieträger ablösen", erklärte die Sprecherin. "Wir sind stark genug, unsere Energieträger miteinander zu ergänzen und den Energiebedarf für Industrie, Haushalte, Mobilität und Wärme sicherzustellen."

Das Netzwerk sei offen für weitere Partner, sagte eine Sprecherin der Energieagentur Rheinland-Pfalz. Mit dem Zusammenschluss mehrerer Organisationen sei es möglich, mehr Schlagkraft zu gewinnen. Mit Blick auf die Sitzung des sogenannten Klimakabinetts am 20. September in Berlin bereitet das Netzwerk eine gemeinsame Erklärung vor. "Wir brauchen ein Sofortproramm, wenn wir die Klimaziele überhaupt noch erreichen wollen", sagte die Sprecherin der Energieagentur.

Zu den Mitgliedern gehören neben dem Landesverband im Bundesverband Windenergie (BWE) unter anderem der Landesverband der Energie- und Wasserwirtschaft in Rheinland-Pfalz (LDEW), die Landesgruppe im Verband kommunaler Unternehmen (VKU), das Wasserstoff-Brennstoffzellen-Netzwerk Rheinland-Pfalz (H2BZ), die Landesarbeitsgemeinschaft im Bundesverband Deutscher Wasserkraftwerke (BDW) und die Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Im ersten Halbjahr 2019 wurden die meisten neuen Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz gebaut, deutschlandweit ist der Ausbau aber ins Stocken geraten. Neu installiert wurden in Rheinland-Pfalz nach einer Erhebung der Deutschen Windguard 15 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 49 Megawatt. Die installierte Gesamtleistung von Windkraftanlagen in Rheinland-Pfalz liegt jetzt bei 3628 Megawatt.

Bundesweit erreichte der Bruttozubau in den ersten sechs Monaten 287 Megawatt mit 86 Anlagen. Zieht man den Rückbau von Windenergieanlagen ab, ergibt sich demnach ein Nettozubau von 231 Megawatt beziehungsweise 35 Anlagen. Als Hauptgrund für den Einbruch gelten lange Genehmigungsverfahren. In den Jahren 2014 bis 2017 lag der jährliche Zubau laut Branchenangaben noch bei durchschnittlich 4600 Megawatt.

"Mangelnde Akzeptanz bei betroffenen Bürgerinnen und Bürgern und häufige Klageverfahren wegen Arten- oder Denkmalschutz führen dazu, dass immer weniger Windanlagen in Rheinland-Pfalz aufgestellt werden", erklärte der Landesverband im Bundesverband Windenergie. Damit die Windenergie eine tragende Säule der Energiewende bleibe, seien klare politische Signale nötig, "wie der anhaltende Genehmigungsstau und die derzeitige Ausbaudelle schnell behoben werden können".

Quelle: DPA