Neues Gutachten: Kampusch-Peiniger Wolfgang Priklopil ermordet?

26. März 2013 - 19:30 Uhr

"Es ist unmöglich, dass Priklopil Selbstmord begangen hat"

Kurz vor Veröffentlichung des Evaluierungsberichts von FBI und BKA gibt es erneut Zweifel am Selbstmord von Kampusch-Peiniger Wolfgang Priklopil. Laut der Zeitung 'Österreich' gibt es ein neues Gutachten eines Sachverständigen, das von Mord ausgeht. "Aufgrund der Verletzungen von Priklopil, der Position der Leiche und der Funktionsweise des Zuges ist es unmöglich, dass Priklopil Selbstmord begangen hat", sagte Karl Kröll, der Bruder des verstorbenen Hauptermittlers, der Zeitung.

Laut einem neuen Gutachten wurde Kampusch-Peiniger Wolfgang Priklopil ermordet.
Ein neues Gutachten kommt zu dem Schluss, dass Kampusch-Peiniger Wolfgang Priklopil keinen Selbstmord begangen haben kann.

Auch der BZÖ-Mandatar Ewald Stadler glaubt laut 'Österreich' nicht an einen Selbstmord Priklopils. In einem 15-Seiten-Brief wandte er sich an Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Darin heißt es: "So, wie die Leiche liegt, stimmt nicht, was im Akt steht." Er weist vor allem dem Zugbegleiter eine zentrale Rolle zu: "Der Zugbegleiter wurde im Ermittlungsverfahren nie vernommen, insbesondere auch nicht darüber, ob ihm heftiger Blutaustritt aus dem Leichenhals aufgefallen ist."

Trotz der erneuten Zweifel wird die Untersuchung bald abgeschlossen werden. "Das Thema Selbstmord war Teil der Evaluierung. Es gibt keinen neuen Ermittlungsauftrag", ließ das Ministerium verlauten.

Priklopil hatte Natascha Kampusch acht Jahre lang im Keller seines Hauses bei Wien gefangen gehalten.