Neues Gesetz: Jäger in NRW dürfen keine Hauskatzen mehr abschießen

Neues Gesetz: Jäger in NRW dürfen keine Hauskatzen mehr abschießen
Hauskatzen mussten in NRW bislang mit dem Abschuss rechnen, wenn Sie im Jagdrevier wilderten. © picture alliance / Arco Images G, H. Gehlken

Jäger prüfen Verfassungsklage

Es war ein emotionaler Streit, der seit Monaten und Jahren schwelt: Dürfen Jäger Hauskatzen töten, die im Jagdgebiet wildern? In Nordrhein-Westfalen bisher ja – und Jäger machten fleißig Gebrauch davon: Im vergangenen Jagdjahr wurden so 7.595 Katzen erlegt. Doch damit ist bald Schluss, zum Ärger der Jäger.

Der nordrhein-westfälische Landtag hat ein neues Jagdgesetz beschlossen. Die Landesregierung will damit Tier- und Umweltschutz verbessern. Für die Jäger bringt es viele Einschränkungen mit sich. Neben dem Abschuss-Verbot für Hauskatzen wird auch der Abschuss von Hunden an strengere Voraussetzungen geknüpft.

Einige Zugeständnisse rangen die Jäger der Landesregierung zuletzt aber noch ab: Die Jagdsteuer wird in Nordrhein-Westfalen nicht wieder eingeführt. Trotzdem: "Wir setzen ein Signal über unser Bundesland hinaus", sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Im abgelaufenen Jagdjahr waren nach Angaben des Umweltministeriums neben den 7.595 wildernden Katzen auch 51 Hunde erlegt worden. Untersagt werden zudem Totschlagfallen. Als Zugeständnis an die Jäger werden beim grundsätzlichen Verbot der Baujagd auf Fuchs und Dachs Ausnahmegenehmigungen erleichtert. Das Gesetz soll zum 1. Juli in Kraft treten.

Der Naturschutzbund kritisierte die Zugeständnisse in einer Mitteilung, sprach aber dennoch von einem "zukunftsweisenden Kompromiss". Ähnlich äußerte sich der Deutsche Tierschutzbund. Den Jägern reichen die Nachbesserungen hingegen nicht. Sie prüfen die Chancen einer Verfassungsklage.