In nur 10 Minuten

Neuer Tränen-Schnelltest soll Brustkrebs erkennen

29. Juni 2020 - 15:08 Uhr

Tränen-Test kann zur Brustkrebs-Früherkennung eingesetzt werden

Wissenschaftler haben einen neuartigen Tränen-Schnelltest entwickelt, mit dem man Brustkrebs erkennen kann. Der Tränen-Test kann nicht nur zur Früherkennung eingesetzt werden, sondern auch, um Rückfälle während einer Krebstherapie rechtzeitig aufzudecken.

Neue Testverfahren neben Mammographie

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Allein in Deutschland stellen über 75.000 Mal im Jahr Ärztinnen und Ärzte die Diagnose 'Mammakarzinom' fest. Die Mammographie gilt bislang als Standardvorsorge in der Früherkennung. Allerdings werden nur rund 60 bis 65 Prozent der Brustkrebsfälle durch eine Mammografie entdeckt. Gerade bei jüngeren Frauen können Tumore übersehen werden. Daher sollte zusätzlich zur Brustkrebsvorsorge auch regelmäßig die Brust auf verdächtige Knoten abgetastet werden.

Neben der Mammographie wird auch an neuen Testverfahren geforscht, die zuverlässig Brustkrebs erkennen können und weniger belastend für Frauen sind. Erst im letzten Jahr konnte ein Forscherteam aus Heidelberg einen Bluttest entwickeln, der Brustkrebs aufdecken kann.

Tränen-Test reagiert binnen zehn Minuten

Doch es könnte noch einfacher gehen: Ein Forscherteam aus Japan rund um den Wissenschaftler Toshiume Takeuchi von der Kobe Universität hat einen Test entwickelt, der Brustkrebs in der Tränenflüssigkeit feststellen kann. Der Tränen-Test soll auf Zellbestandteile reagieren, sogenannte Exosome. Die werden von den Krebszellen abgegeben und können in der Tränenflüssigkeit nachgewiesen werden. Der Clou: Mit dem Test kann innerhalb von nur zehn Minuten festgestellt werden, ob sich Bestandteile einer Krebszelle in der Tränenflüssigkeit befinden.

Bis der Tränen-Schnelltest auf den Markt kommt, wird es allerdings noch etwas dauern. Zuvor müssen noch größere Praxis-Studien durchgeführt werden.