2018 M06 19 - 12:27 Uhr

YouTubes Mutterkonzern Google greift einen weiteren Milliarden-Markt an

YouTube macht jetzt Spotify, Amazon Prime und Apple Music Konkurrenz – mit einem eigenen Musik-Streamingdienst. In den USA ist "YouTube Music" schon seit knapp einem Monat verfügbar, nun auch bei uns in Deutschland. Es gibt sowohl eine kostenlose Version mit Werbung als auch eine Premium-Abo-Version, die monatlich 9,99 Euro kostet. Ganz ähnlich wie die Konkurrenz. Gibt es also einfach einen weiteren Streamingdienst oder bietet YouTube Music mehr?

User können selbst Inhalte zu YouTube Music hochladen

Preislich gibt es zwischen den verschiedenen Streaming-Plattformen schon mal keinen großen Unterschied. Und inhaltlich? Bei der Entscheidung für einen Dienst ist vielen Usern wichtig, wie groß das Angebot an Songs ist. Hier ein kleiner Überblick: Apple Music, Amazon Music, Google Play Music und Napster streamen mehr als 40 Millionen Songs, Spotify über 30 Millionen – zu YouTube Music gibt es noch keine Zahlen.

Ein Vorteil von YouTube Music: User können selbst Inhalte hochladen. Dadurch soll das Repertoire anderer Dienste übertroffen werden. Außerdem soll der Service damit punkten, dass Videos und reine Audioinhalte in einer App verfügbar sind. Mit dem YouTube-Music-Premium-Abo entfällt die Werbung, Inhalte können offline abgespeichert werden und Musik spielt im Hintergrund weiter. Auch die Nutzung des Streamingdienstes auf Googles "Home"-Lautsprechern funktioniert nur bei Abo-Kunden.

Auch Netflix ist im Visier von Google

Achtung, Verwechslungsgefahr! Neben "YouTube Music Premium" gibt es noch "YouTube Premium". Das Angebot für 11,99 Euro im Monat ist das "große" Abo, das den Musikdienst einschließt, YouTube insgesamt werbefrei macht und außerdem Zugang zu Eigenproduktionen des Dienstes gibt (Googles Angriff auf Netflix). In diesem Bereich gibt es zunächst nur die Inhalte aus den USA mit deutschen Untertiteln. Im Herbst will YouTube auch erste "Originals" aus Deutschland vorstellen.

Auch interessant: YouTubes Mutterkonzern Google betreibt schon seit 2011 einen Musik-Streaminingdienst – Google Play Music. Doch das Angebot erfüllte bisher nicht die Erwartungen. Deshalb sollen YouTube Music Premium und Google Play Music zwar zunächst nebeneinander existieren, aber irgendwann zusammengeführt werden. Kunden von Google Play Music bekommen automatisch auch das Abo von YouTube Music Premium.

Google und YouTube steht angesichts der starken und breit aufgestellten Konkurrenz wohl noch ein hartes Stück Überzeugungsarbeit bevor. Denn das Streaming-Business ist hart umkämpft. Marktführer Spotify hat schon 75 Millionen Abo-Kunden und insgesamt 170 Millionen monatlich aktive Nutzer. Die Nummer zwei ist Apple Music mit über 40 Millionen zahlenden Abonnenten.