Neuer Rekordstand: Jeder Fünfte hat einen Migrationshintergrund

01. August 2017 - 21:37 Uhr

Daten des Statistischen Bundesamtes

In Deutschland leben so viele Menschen mit einem Migrationshintergrund wie noch nie zuvor. Insgesamt sind es 18,6 Millionen – das ist gut jeder Fünfte. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, hat die Bevölkerung mit ausländischen Wurzeln 2016 damit zum fünften Mal in Folge einen Höchststand erreicht.

Stärkster Zuwachs seit 2005

Noch nie ist der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund so stark gestiegen: Rund 18,6 Millionen Menschen in Deutschland hatten im Jahr 2016 einen Migrationshintergrund. Dies ist ein Zuwachs von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ein Mensch hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Als Ursache für den Rekordstand nennen die Statistiker die hohe Zahl von Zuwanderern und Flüchtlingen in den Jahren 2015 und 2016.

Türkei verliert an Bedeutung

Die meisten Migranten kommen weiterhin aus Europa. Jedoch ist die Bedeutung anderer Kontinente und Regionen in den vergangenen fünf Jahren gestiegen. So haben mittlerweile 2,3 Millionen Menschen in Deutschland ihre Wurzeln im Nahen und Mittleren Osten. Auch Afrika gewinnt an Bedeutung: Rund 740 000 Menschen in Deutschland sind afrikanischer Herkunft. Das mit Abstand wichtigste Herkunftsland ist aber weiterhin die Türkei, hat aber in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren.

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Die meisten besitzen deutsche Staatsangehörigkeit seit der Geburt

48 Prozent der Bevölkerung mit Migrationshintergrund sind Ausländerinnen beziehungsweise Ausländer und etwa 52 Prozent haben einen deutschen Pass – die meisten davon schon seit ihrer Geburt. Die überwiegende Mehrheit der ausländischen Bevölkerung, nämlich rund 85 Prozent, ist zugewandert.

Unterschiede beim Bildungsstand

Die Daten zeigen auch Unterschiede beim Bildungsstand. Betrachtet man die Altersgruppe der 25- bis 35-Jährigen zeigt sich: Personen mit Migrationshintergrund haben deutlich häufiger keinen Schulabschluss (9 Prozent) als jene ohne (2 Prozent). Ähnliches zeigt sich bei den beruflichen Abschlüssen: 32 Prozent der Migranten haben keinen Berufsabschluss, während es bei jenen ohne nur 9 Prozent sind. Andererseits erreichen aber beide Gruppen das Abitur und auch akademische Abschlüsse im gleichen Umfang.