5. Januar 2015 - 14:12 Uhr

"Es herrscht Verunsicherung"

Der zum 1. Januar eingeführte Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde könnte die Existenz einiger Fußballklubs aus dem Amateurbereich bedrohen. "Einige Vereine, deren Verträge mit Spielern und Trainern betroffen sind, werden es schwer haben, die nötigen Budgets für die Bezahlung des Mindestlohns zu finanzieren", erklärt Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Koch ist als Jurist beim DFB unter anderem für den Amateurbereich zuständig. "Bei mir haben sich schon einige Geschäftsführer und Manager gemeldet und nach dem Thema Mindestlohn erkundigt. Es herrscht eine gewisse Verunsicherung in der Branche", bestätigt Koch der 'Welt am Sonntag'. Im Amateurbereich sind viele Vertragsspieler mit einem Kontrakt über mindestens 250 Euro ausgestattet, dürfen bei der Minimalsumme laut neuem Mindestlohngesetz damit aber nur 29 Stunden im Monat arbeiten – das ist mit Training, Spielen, Besprechungen und den Fahrten nicht einhaltbar.

"Für Spieler grundsätzlich gut"

Die Spielergewerkschaft hingegen begrüßt die Einführung des Mindestlohns. "Für die Spieler ist das neue Gesetz grundsätzlich gut. Viele von ihnen verdienen in den unteren Ligen derzeit vier Euro und weniger pro Stunde – und das teilweise unter Vollprofi-Anforderungen", sagte Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Vereinigung der Vertragsfußballspieler (VDV), der 'Welt am Sonntag'. Dennoch ist ihm das Ausmaß klar: "Durch das Mindestlohngesetz können klamme Klubs unterhalb der 3. Liga durchaus in die Bredouille geraten."