Neuer Impfstoff gegen Ebola aus Kanada: Kann die Seuche endlich gestoppt werden?

01. November 2014 - 13:57 Uhr

800 Einheiten des Impfstoffes werden ab Montag nach Genf geliefert

Sind Neuinfizierungen mit Ebola bald Geschichte? Im Kampf gegen das Virus stellt Kanada der Weltgesundheitsbehörde nun einen Impfstoff zur Verfügung, der verheißungsvolle Ergebnisse in Tierversuchen erzielt habe. Momentan werde er am Menschen getestet, teilte die WHO mit. Sie werde demnächst entscheiden, wie der experimentelle Wirkstoff weiter verteilt und eingesetzt werde.

Kanada liefert neuen Impfstoff gegen Ebola an WHO
Der in Kanada entwickelte Impfstoff VSV-EBOV wird ab Montag an die WHO geliefert.
© dpa, Julian Stratenschulte

Kanada hatte bereits im August angekündigt, den dort entwickelten Impfstoff VSV-EBOV an die WHO für den Einsatz in Afrika zu liefern. Er ist aber noch in kanadischen Laboren, da es logistische und ethische Probleme gab. Die jetzt angekündigten 800 Einheiten des Mittels werden der Regierung zufolge ab Montag in drei getrennten Lieferungen zum WHO-Sitz nach Genf gebracht.

Sie müssen den Angaben entsprechend während der gesamten Zeit unter äußerst niedrigen Temperaturen gehalten werden. Wie viele Menschen damit behandelt werden könnten, ist den Behörden zufolge unklar. Schließlich hat man mit dem Mittel noch keine Erfahrungen. Die Lizenz für die kommerzielle Nutzung des Impfstoffs hat das US-Unternehmen NewLink Genetics. Es hatte im August bereits erklärt, binnen ein oder zwei Monaten zehntausende Einheiten des Mittels herstellen zu können.

Laut WHO bereits 4.500 Ebola-Tote

Auch zahlreiche andere Firmen forschen unter Hochdruck an ähnlichen Produkten. So teilte der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline mit, entsprechende Forschungen kämen schneller als erwartet voran. Vorläufige Ergebnisse würden noch 2014 erwartet und im Erfolgsfall könnte die Impfung von medizinischem Personal in Afrika Anfang 2015 beginnen.

Gegen die Krankheit gibt es noch kein Heilmittel. Der WHO zufolge sind bislang mehr als 4.500 Menschen an Ebola gestorben, der größte Teil in Westafrika. Die am stärksten betroffenen Länder sind Guinea, Liberia und Sierra Leone.