Neuer Bußgeldkatalog tritt in Kraft

ADAC kritisiert härtere Strafen für Autofahrer

28. April 2020 - 15:45 Uhr

Im Video: Das sagen Autofahrer zu härteren Regeln im Bußgeldkatalog

Für Autofahrer gelten ab dem 28. April 2020 härtere Regeln im Straßenverkehr. Diese sollen schwächere Verkehrsteilnehmer mehr schützen. Bei Falschparken und Tempoverstößen drohen Autofahrern deutlich höhere Strafen. So ist man schon bei 21 km/h zu schnell innerorts den Führerschein erstmal los. Der ADAC kritisiert die drastischen Strafen. Was die Verkehrsteilnehmer vom neuen Bußgeldkatalog halten - im Video.

„Erteilung von Fahrverboten ist unverhältnismäßig“

Welche Regeln ab sofort im Verkehr gelten, erfahren Sie hier. Laut ADAC ist die deutliche Erhöhung der Bußgeldsätze der Tempoverstöße und vor allem die Absenkung der Schwelle für die Erteilung von Fahrverboten unverhältnismäßig. "Wir als ADAC haben dafür plädiert, dass wir eine gefährdungsabhängige Betrachtungsweise brauchen", sagt Gabriele Schön vom Verbraucherschutz des ADAC. Denn durch den neuen Bußgeldkatalog wird die Unterscheidung zwischen leichten, mittleren und schweren Verkehrsvorstößen aufgeweicht.

"Das heißt: Derjenige, der vor einer Schule in einer 30er-Zone mit 60 km/h unterwegs ist, muss anders sanktioniert werden als derjenige, der den gleichen Tempoverstoß innerstädtisch an einer ganz anderen Stelle begeht", so Schön im RTL-Interview.

ADAC fordert mehr gezielte Polizeikontrollen

Der ADAC fordert mehr gezielte Polizeikontrollen - mit dem Ziel, dass sich die Verkehrsteilnehmer auch an die Regeln halten. "Denn logischerweise muss es ein Zusammenspiel zwischen angemessener Sanktionierung, aber auch der Wahrscheinlichkeit, dass ich auf frischer Tat ertappt werde, geben."

Der Druck auf die Autofahrer wird größer. Hohe Geldstrafen und Fahrverbote, die viele Folgen mit sich bringen können. "Natürlich ist das gut für die städtischen Kassen, es wird wahnsinnig viel Geld in die Kassen gespült. Andererseits werden viele Leute aber ihren Job verlieren, weil sie jetzt ganz schnell schon ein Fahrverbot bekommen und das ist für viele existenzbedrohend", sagt Rechtsanwalt Arndt Kempgens. 

Die vollständige Auflistung der Änderungen finden Sie auf der Homepage des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.