Nach Dahlmeier und Neureuther

Wer wird Deutschlands neuer Wintersport-Star?

© REUTERS, MICHAEL DALDER, MS

21. Oktober 2019 - 12:06 Uhr

Von Franziska Weil

Mit dem Karriereende von Ski-Star Felix Neureuther und Biathlon-Wunder Laura Dahlmeier sowie weiteren Hochkarätern geht eine erfolgreiche Ära zu Ende. Ende Oktober geht es im Wintersport-Zirkus wieder los. Triste Stimmung in der 'Schnee-Manege' steht aber keineswegs bevor. RTL.de stellt die vielversprechenden Stars für den Winter vor.

Ski Alpin: Zuwachs aus Österreich

Mit Felix Neureuther ging nicht nur einer der erfolgreichsten deutschen Wintersportler in Rente, sondern vor allem auch DER Sympathieträger überhaupt. Es stehen aber schon einige Fahrer bereit, die den 35-Jährigen zumindest sportlich ersetzen können – vor allem in den beiden Speed-Disziplinen. Im vergangenen Jahr überraschte Joseph Ferstl mit seinem überraschenden Super-G-Sieg in Kitzbühel und belegte im Gesamtweltcup den 23. Platz. Tendenz steigend.

Romed Baumann rettet seinen Vorsprung aus der Abfahrt ins Ziel. Foto: Christophe Karaba
Künftig im Deutschland-Dress auf der Piste: Romed Baumann
© DPA

Außerdem bekommt der deutsche Skiverband (DSV) Verstärkung aus Österreich: Romed Baumann gewann für die Ski-Nation WM-Silber mit der Mannschaft und Bronze in der Super-Kombination. Ab diesem Winter startet der 33-Jährige für Deutschland - sofern der Verband sein Go gibt. Grund: Nach seiner Hochzeit im Sommer nahm Baumann die deutsche Staatsbürgerschaft an.

Kleiner Trost für die Neureuther-Fans: Ganz auf den beliebten Ex-Slalom-Experten verzichten müssen die Fans nicht: Neureuther kehrt als Wintersport-TV-Experte für die ARD zurück.

Biathlon: Herrmann auf Dahlmeiers Spuren

OSTERSUND, SWEDEN - MARCH 10: Denise Herrmann  of Germany celebrates winning the gold medal during the Women's 10km Pursuit race at the IBU Biathlon World Championships at Swedish National Biathlon Arena on March 10, 2019 in Ostersund, Sweden. (Photo
Denise Herrmann holte 2019 WM-Gold in der Verfolgung
© Bongarts/Getty Images, Bongarts, ag

Der frühe Abschied von Laura Dahlmeier von der Biathlon-Bühne bedeutet auch: Eine sichere Sieggarantin aus dem deutschen Team fällt weg. Wer aber schon fleißig für die Gewinnerrolle im Team probte, war Denise Herrmann. Die 30-Jährige ergatterte sich vergangene Saison bereits den achten Platz im Gesamtweltcup.

Wer die für Dahlmeier typischen tiefst bayerischen Interviews nicht missen möchte, sollte in diesem Winter Biathlon-Youngster Anna Weidel lauschen.

Deutschland bleibt Rodel-Nation

Die Rennrodlerinnen Taubitz, Geisenberger und Eitberger
Diese Saison ohne Natalie Geisenberger (Mitte) und Dajana Eitberger (r.), aber mit Julia Taubitz
© deutsche presse agentur

Natalie Geisenberger und Dajana Eitberger sind schwanger. Tatjana Hüfner befindet sich in Rodel-Rente. Und wer fährt künftigen die Weltcup-Erfolge für die Eiskanal-Nation ein? Es bleibt wohl an Julia Taubitz hängen. Dass sie die Erwartungen durchaus erfüllen kann, bewies die 23-Jährige bei der WM in Winterberg, als sie zwei Mal Silber holte. Deutschland kann sich daher wohl auch in dieser Saison weiter als Rodel-Nation bezeichnen.

Skispringen: Polen-Trainer für die DSV-Adler

Stefan Horngacher,Neuer Bundestrainer Skisprung GER, DSV Sportlereinkleidung und Portraitshooting, 17.10.2019 Laupheim  Stefan Horngacher,New National Coach Ski Jump GER, DSV Sportlereinkleidung und Portraitshooting, 17 10 2019 Laupheim, Germany Copy
In dieser Saison im DSV-Dress: Stefan Horngacher
© imago images/Eibner, EIBNER/Reinhard Zichy via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Der frühere Gesamtweltcup-Sieger Severin Freund ist noch im Aufbautraining. Olympiasieger Andreas Wellinger wird die Saison wegen eines Kreuzbandrisses wohl komplett verpassen. Obendrein trat Trainer Werner Schuster, der Macher der jüngsten goldenen Skisprung-Generation, am Ende der Vorsaison zurück.

Sorgen muss man sich um die DSV-Adler trotzdem nicht, denn es gibt einen hochkarätigen Ersatz für Schuster: Stefan Horngacher, der zuletzt das erfolgreiche polnische Team um Überflieger Kamil Stoch geformt hatte, wird ab dieser Saison mit der deutschen Flagge winken. Vor allem ein DSV-Adler macht große Hoffnung: Markus Eisenbichler. Der sympathische Bayer wurde erst kürzlich zum Skisportler des Jahres gewählt und das zurecht: Im letzten Ski-Winter durfte sich der 28-Jährige gleich drei goldene WM-Medaillen um den Hals hängen.