Neue Welle der Gewalt

Universität in Hongkong wird zum Schlachtfeld

© dpa, Kin Cheung, MAS fdt

18. November 2019 - 9:32 Uhr

Offenbar mehrere Demonstranten in Hongkong festgenommen

In Hongkong scheint sich eine weitere Eskalation der Proteste anzubahnen. In der Nacht zu Montag ist es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Eine unbekannte Zahl von Aktivisten wurde festgenommen. 

Vermummte Demonstranten bauen Straßensperren

Hongkong - Hongkong - 17.11.2019 / Mongkok - Proteste in Hongkong 2019 / Proteste gegen Polizeigewalt / in der Nacht vom 17. auf 18.11 verwandeln sich Straßen wieder in ein Schlachtfeld / Straßensperren so kommt - brennende Straßenblockade und die Fe
In der Nacht vom 17. auf 18.11 verwandeln sich die Straßen Hongkongs wieder in ein Schlachtfeld.
© imago images/Marcel Lorenz, Marcel Lorenz via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Am Montagmorgen herrschte zunächst angespannte Ruhe. Doch versammelten sich wieder vermummte und schwarz gekleidete Demonstranten auf den Straßen der chinesischen Sonderverwaltungsregion und bauten Straßensperren. Ein Großaufgebot von Sicherheitskräften wurde mobilisiert. Dutzende junge Leute wurden festgenommen. Die Polizei warnte vor dem Einsatz von Tränengas.

Bei der Belagerung der Polytechnischen Universität war die Lage in der Nacht eskaliert, als radikale Aktivisten Brandsätze warfen und Feuer legten. Die Polizei unternahm nach Medienberichten am frühen Morgen einen Versuch, auf das Gelände vorzudringen und machte auch Festnahmen. Die Aktivisten hätten aber ein großes Feuer entzündet, um die Polizei abzuwehren, berichtete die "South China Morning Post".​

Protestler verschanzen sich in der Universität in Hongkong

Einem Teil der Demonstranten sei es später gelungen, trotz des Einsatzes von Tränengas durch die Polizei das Gelände zu verlassen und zu flüchten, während sich andere in die Universität zurückgezogen hätten. "Die Konfrontation ist vorerst ausgesetzt", sagte der demokratische Abgeordnete Ted Hui, der seit Sonntag mit den Studenten ausharrte, am Morgen der Zeitung. "Die Polizei kann nicht reinkommen, aber die Demonstranten können auch nicht raus."

Die Polizei bestritt, das Gelände "gestürmt" zu haben. Eine Erklärung sprach gleichwohl von einem anhaltenden Einsatz, um Demonstrationen aufzulösen und Festnahmen zu machen. "Aufrührer, die sich auf dem Gelände versammelt haben, legten Feuer und richteten schwere Schäden an", teilte die Polizei mit. "Explosivstoffe, brennbare Materialien und gefährliche Güter stellen dort auch eine Gefahr für alle dar." Die Polizei fordere jeden auf, das Universitätsgelände zu verlassen.​

38 Menschen seit Sonntag verletzt

Die Hochschulen der chinesischen Sonderverwaltungsregion hatten sich vergangene Woche zu einem neuen Brennpunkt der seit fünf Monaten anhaltenden Proteste entwickelt. Seit Sonntag wurden nach Angaben der Behörden 38 Menschen verletzt, davon fünf schwer. Am Montag drohten in den Straßen der asiatischen Finanz- und Wirtschaftsmetropole neue Zusammenstöße. Schwarz vermummte Aktivisten bauten neue Barrikaden und warfen Steine auf Autos, wie es in Medienberichten hieß.​