Gutes Beinfett - schlechtes Taillenfett

Neue US-Studie: Dickere Beinen schützen vermutlich vor Bluthochdruck

Erwachsene mit dickeren Beinen haben seltener hohen Blutdruck als diejenigen mit weniger Beinfett. Das zeigen jetzt Ergebnisse einer neuen Studie.  (Symbolbild)
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11. September 2020 - 19:23 Uhr

Forschungsergebnisse aus den USA

Übergewicht ist ungesund - das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Aber es kommt dabei auch auf die Fettverteilung an - und Fett am Bauch ist für die Gesundheit besonders gefährlich. Ein großer Taillenumfang ist ein Zeichen für den Aufbau gefährlicher Fetttypen rund um die inneren Organe. Und Bauchfett gilt als großer Risikofaktor für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen. Jetzt haben sich Forscher der New Jersey Medical School in Newark das Beinfett angesehen und herausgefunden, dass Menschen mit dickeren Oberbeinen seltener an Bluthochdruck leiden und weiter noch, dass das Beinfett sie vielleicht sogar davor schützt.

Es kommt darauf an, wo das Fett ist

Erwachsene mit dickeren Beinen haben seltener hohen Blutdruck als diejenigen mit weniger Beinfett. Das zeigen jetzt Ergebnisse einer Studie, die Forscher der New Jersey Medical School im US-Bundesstaat New Jersey gestern veröffentlicht haben. "Was wir in dieser Studie festgestellt haben ist, dass es nicht nur darum geht, wie viel Fett man hat, sondern auch darum, wo sich das Fett befindet", wird Studienleiter Aayush Visaria in der Pressemitteilung zitiert. "Obwohl wir sicher wissen, dass Fett um die Taille gesundheitsschädlich ist, kann das Gleiche nicht für Beinfett gesagt werden. Wenn Sie Fett an den Beinen haben, ist das höchstwahrscheinlich nicht schlimm und schützt Sie nach unseren Erkenntnissen vielleicht sogar vor Bluthochdruck."

Mit speziellen Röntgenscans das Fettgewebe gemessen

Die Forscher untersuchten die Werte von drei Bluthochdruck-Arten im Verhältnis zum prozentualen Fettgewebe-Anteil in den Beinen von fast 6.000 Erwachsenen. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 37 Jahre, fast die Hälfte war weiblich und 24 Prozent hatten Bluthochdruck. Mit speziellen Röntgenscans wurde das Fettgewebe in den Beinen gemessen. Diese Messungen wurden mit dem gesamten Körperfettgewebe verglichen. Die Forscher stuften die Teilnehmer entweder als Personen mit einem hohen oder niedrigen Prozentsatz an Beinfett ein, wobei ein hoher Fettanteil bei Männern als 34 % oder mehr und bei Frauen als 39 % oder mehr definiert wurde.

Hoher Blutdruck um 61 Prozent geringer bei mehr Beinfett

Im Vergleich zu den Studien-Teilnehmern mit einem niedrigeren Beinfett-Anteil war bei den Teilnehmern mit einem höheren Anteil die Wahrscheinlichkeit, an der Art von Bluthochdruck zu leiden, bei der sowohl der systolische als auch der diastolische Wert erhöht ist, um 61 % geringer. Die Aussage der Studien konnte auch nach Bereinigung verschiedener Faktoren wie Alter, Geschlecht, Rasse und ethnische Zugehörigkeit, Bildung, Rauchen, Alkoholkonsum, Cholesterinspiegel und Taillenfett gehalten werden - wenn auch nicht mehr im gleichen Maße.

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