Neue Studie zeigt: Vor allem Kinder bekommen weniger Antibiotika verschrieben

Antibiotika werden in deutschen Arztpraxen insgesamt weniger eingesetzt, so eine Studie.
Antibiotika werden in deutschen Arztpraxen insgesamt weniger eingesetzt, so eine Studie.
© dpa, Armin Weigel

07. Oktober 2014 - 17:51 Uhr

Untersuchung der Antibiotika-Einsätze in Arztpraxen

Die Antibiotika-Nutzung in deutschen Arztpraxen geht zurück – vor allem bei Kindern, aber auch bei Älteren. Wissenschaftler vom Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung haben jetzt entsprechende Studienergebnisse veröffentlicht. Untersucht wurde der Zeitraum von 2008 bis 2012.

Insbesondere Kinder werden laut der Studie seltener und in niedrigeren Dosierungen mit Antibiotika behandelt. Im Durchschnitt würden Ärzte pro Jahr 4,5% weniger Antibiotika-Rezepte an unter-14-Jährige ausstellen. Auch bei der Gruppe der Älteren ab 70 wurden die Mittel weniger eingesetzt. Die Forscher vermuten allerdings, dass Ältere mit Infektionen hauptsächlich in Kliniken behandelt werden und damit in der Statistik gar nicht auftauchen. Diese beschreibt Antibiotika-Behandlungen in Arztpraxen – dort gibt es, anders als in Kliniken, keine Regulierungen für den Einsatz. Bei der großen Gruppe der Erwachsenen (14-69 Jahre) ist der Verbrauch der Mittel konstant geblieben. Es gibt auch regionale Unterschiede: In den neuen Bundesländern sind weniger Antibiotika verschrieben worden als in den alten.

Sorge um Einsatz von 'Reserveantibiotika'

Die Forscher haben auch untersucht, welche konkreten Formen von Antibiotika eingesetzt werden. Sorgen machen sie sich dabei um den vermehrten Einsatz von sogenannten 'Reserveantibiotika'. Gerade Cephalosporine werden am häufigsten von allen Antibiotika eingesetzt. 'Reserveantibiotika' sollen eigentlich nur bei schweren Infektionen eingesetzt werden, da sie gegen eine Vielzahl von Erregern wirken. Damit tritt bei ihnen ein höheres Risiko auf, dass die Erreger Resistenzen entwickeln.

Grundsätzlich sollen alle Antibiotika nicht zu häufig und zu hochdosiert eingesetzt werden – denn irgendwann wirken sie nicht mehr. Sie gelten als Hauptursache für Resistenzbildungen bei bakteriellen Infektionserregern.