Bis zu vier Wochen im Voraus

Können Suchmaschinen Corona-Hotspots vorhersagen?

Können Suchanfragen auf Google und Co. Corona-Hotspots vorhersagen?
© iStockphoto

14. September 2020 - 20:09 Uhr

Laut Studie wurde in Hotspots häufiger nach Magen-Darm-Symptomen gegoogelt

Bevor der Gang zum Arzt führt, machen Menschen weltweit wahrscheinlich erst einmal eine Sache: Sie googeln ihre Symptome. Auch wenn dies vielen Medizinern ein Dorn im Auge ist und durchaus auch zu gefährlichen Missdiagnosen führen kann, könnte genau dies im Kampf gegen Corona helfen. Laut einer Studie wurden in Regionen mit vielen Corona-Fällen zuvor häufiger Symptome gegoogelt, die mit Beschwerden des Verdauungsapparats zu tun haben. Kann man nun also im Umkehrschluss mit den Suchanfragen Hotspots vorhersehen?

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Anstieg der Suchanfragen führt verzögert zu Anstieg der Corona-Zahlen

Anstieg der Suchanfragen führt verzögert zu Anstieg der Corona-Zahlen
Anstieg der Suchanfragen führt verzögert zu Anstieg der Corona-Zahlen
© Clinical Gastroenterology and Hepatology, Imama Ahmad, Ryan Flanagan, Kyle Staller

Genau so soll es sein, wie Forscher des Massachusetts General Hospital herasgefunden haben wollen. Sie beschreiben Internet-Suchanfragen zu Magen-Darm-Symptomen als neuartiges und ziemlich ungewöhnliches Frühwarnsystem für Corona-Hotspots.

Dazu verglichen sie das Suchinteresse für Symptome wie Bauchschmerzen, Geschmacksverlust, Appetitlosigkeit und Durchfall mit den Corona-Infektionszahlen in 15 US-Staaten für den Zeitraum von Januar bis April. Diese Suchwörter googelten die meisten Menschen in New York, New Jersey, Kalifornien, Massachusetts and Illinois, die etwa drei bis vier Wochen später allesamt zu besonders doll getroffenen Corona-Hotspots wurden. Die Studie wurde im Magazin "Clinical Gastroenterology and Hepatology" veröffentlicht.

Alle bisher bekannten Corona-Symptome im Überblick finden Sie hier.

Google Trends ein "wertvolles Werkzeug"?

"Unsere Daten unterstreichen die Bedeutung von Magen-Darm-Symptomen als potenzielle Vorboten von Covid-19", so Kyle Staller, Gastroenterologe und Leiter des Labors für gastrointestinale Motilität des Massachusetts General. "Google Trends könnten ein wertvolles Werkzeug sein, Pandemien mit Magen-Darm-Beschwerden sein."

Dass Bauch- und Unterleibsschmerzen als Symptom für Covid-19 gelten, zeigte kürzlich auch eine Häufung von Fällen in Kanada und Frankreich.

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