Neue Studie aus Australien: Das sagt Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs

Coronavirus kann bis zu 28 Tage auf Oberflächen überleben

Das Coronavirus soll, laut australischen Forschern, extrem robust sein.
Das Coronavirus soll, laut australischen Forschern, extrem robust sein.
© iStockphoto, Maridav

13. Oktober 2020 - 8:52 Uhr

Handydisplays und Bankautomaten

Auf glatten Oberflächen wie von Handydisplays oder Bankautomaten kann das Coronavirus neuen australischen Forschungsergebnissen zufolge bis zu 28 Tage überleben - und damit länger als bislang angenommen. Das geht aus einer Studie der australischen Wissenschaftsbehörde Csiro hervor, die am Montag in der Zeitschrift "Virology Journal" veröffentlicht wurde. "Bei 20 Grad Celsius, also etwa Raumtemperatur, fanden wir heraus, dass das Virus extrem robust ist und 28 Tage lang auf glatten Oberflächen wie Glas von Handybildschirmen und Kunststoff-Geldscheinen überlebt", sagte Debbie Eagles, stellvertretende Direktorin des Zentrums für Seuchenvorsorge, das die Forschungsarbeiten durchführte. Was das für uns bedeutet, weiß Epidemiologe Prof. Dr. Timo Ulrichs.

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"Coronavirus ist widerstandsfähig"

Das Experiment wurde im Dunkeln durchgeführt - die Forschung habe bereits gezeigt, dass Sonnenlicht das Virus schnell abtöten könne, hieß es weiter. Bei früheren Studien habe das Virus nur bis zu drei Tage lang auf Kunststoff- und Edelstahloberflächen nachgewiesen werden können. Ähnliche Experimente für Influenza A hätten ergeben, dass dieses Virus 17 Tage lang auf Oberflächen überlebt habe. Das zeige, wie widerstandsfähig das Coronavirus sei.

Der australischen Studie zufolge überlebte das Virus auf glatten Oberflächen wie Glas, Edelstahl und Vinyl im Vergleich zu zusammengesetzten, porenreichen Oberflächen wie Baumwolle länger. Ein wichtiger Befund sei die Lebensdauer des Virus auf Glas, wie Bankautomaten, Selbstbedienungskassen in Supermärkten und Check-in-Automaten an Flughäfen. Doch die werden im Zweifel nicht immer gründlich gereinigt. Was nun?

Kontakt zu kontaminierten Gegenständen führte bislang zu keiner Infektion

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt es bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen wurde, dass das Coronavirus durch Kontakt zu kontaminierten Gegenständen oder über kontaminierte Oberflächen auf Menschen übertragen wurde und es zu Infektionen kam. Allerdings können den Angaben zufolge Schmierinfektionen über Oberflächen nicht ausgeschlossen werden, die zuvor mit Viren kontaminiert wurden. Auch Epidemiologe Prof. Timo Ulrichs bleibt gelassen. "Das Wichtigste ist die Übertragung durch die Luft und deswegen ist das Lüften viel wichtiger als Oberflächen reinigen. Denn die husten ja nicht, d.h. die können das nicht in Aerosole wieder zurückbringen, was da haftet. Man kann es nur durch eine Schmierinfektion abbekommen, indem man es mit den Händen anfasst. Deswegen gehört das Händewaschen eben auch mit zu den wichtigsten Hygiene-Regeln." 

Also: Händewaschen nicht vergessen und regelmäßig lüften. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.

Der australischen Studie zufolge überlebte das Virus auf glatten Oberflächen wie Glas, Edelstahl und Vinyl im Vergleich zu zusammengesetzten, porenreichen Oberflächen wie Baumwolle länger. Ein wichtiger Befund sei die Lebensdauer des Virus auf Glas. Denn Bankautomaten, Selbstbedienungskassen in Supermärkten und Check-in-Automaten an Flughäfen hätten Flächen, die häufig berührt und möglicherweise nicht regelmäßig gereinigt würden. Daher gelte die Regel weiter: Häufig Hände waschen und reinigen von Oberflächen.