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Neue Studie aus den USA: Lässt 'Pille' das Gehirn schrumpfen?

Neue Studie aus den USA: Lässt 'Pille' das Gehirn schrumpfen?

Die Pille könnte Gehirnregionen zum Schrumpfen bringen
Forscher meinen, dass die Pille auch Auslöser für Depressionen sein könnte
picture alliance / CTK, Josef Horazny

Wie gefährlich ist die Pille wirklich?

Die Frauen, die sie nehmen wollen doch nur eins: Sicher verhüten. Doch jetzt müssen sie sich mit viel mehr als der korrekten Einnahmezeit beschäftigen: Kann die Pille das Gehirn verändern?

Laut einer neuen US-amerikanischen Studie ist dies durchaus möglich. Die Antibabypille könnte Teile des Gehirns zum Schrumpfen bringen und die Gehirnfunktionen beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kamen jetzt Neurowissenschaftler der 'University of California'. Sie machen die Hormone in der Pille für Veränderungen der Gehirnstruktur verantwortlich.

Bei der im Journal 'Human Brain Mapping' veröffentlichten Studie, wurden neunzig Frauen untersucht. 44 der Untersuchten nahmen die Pille. Bei diesen Frauen haben die Forscher feststellen können, dass die Gehirnregionen 'Orbitofrontalkortex' und der 'hintere cinguläre Kortex' dünner sind als bei den Frauen, die ohne Pille verhüten. Forscher bringen diese Regionen damit in Zusammenhang, wie Menschen auf Belohnungen reagieren und Emotionen verarbeiten. Der 'Orbitofrontalkortex' spielt außerdem eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung. Der 'hintere cinguläre Kortex' zeigt erhöhte Aktivität, wenn wir persönliche Erinnerungen abrufen oder vor schwierigen Herausforderungen stehen.

Frauen, die mit der Pille verhüten klagen oft über Stimmungsschwankungen, sind häufiger gereizt und emotionaler. Die Leiter der Studie glauben, dass die Veränderung der Gehirnregionen für diese emotionalen Schwankungen verantwortlich sein könnte. Damit könnte auch die Ursache für Angstzustände und Depressionen erklärt werden.

Ob die veränderten Hirnstrukturen dauerhaft auch nach Absetzung der Pille bleiben, oder nur für den Zeitraum der Einnahme bestehen, muss in weiteren Untersuchungen festgestellt werden. Auch ist unklar, inwiefern die Pille direkt für Verhaltensänderungen verantwortlich sei. Experten wie Craig Kinsey fordern Frauen trotzdem auf, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen: "Frauen müssen Zugang zu allen medizinischen und neurobiologischen Informationen haben, um entscheiden zu können welche Verhütungsmethode sie wählen wollen."