Einschätzung von Dr. Georg-Christian Zinn

Neue Studie aus China: Befällt das Coronavirus auch unser Gehirn?

Neue Studie aus China zeigt, dass sich Coronaviren offenbar auch im Gehirn ansiedeln können.
Neue Studie aus China zeigt, dass sich Coronaviren offenbar auch im Gehirn ansiedeln können.
© imago images/Westend61, Andrew Brookes, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

04. April 2020 - 16:55 Uhr

Chinesische Forscher veröffentlichen Studie

Dringt das Coronavirus in unser Nervensystem ein und siedelt sich im Gehirn an? Das behauptet eine neue Studie aus China. Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia, hat eine Einschätzung für uns.

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Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns als Hinweis

"Die Hypothese ist, dass das Virus über Nervenbahnen den Weg in den Hirnstamm findet. Dort sind wichtige Zentren verortet, insbesondere zur Steuerung von Herzkreislauf und Atmung, so dass sowohl gefährliche Herz-Rhythmus-Störungen, als auch Atmungsstörungen ausgelöst werden könnten", wird Professor Peter Berlit, Generalsekretär Deutsche Gesellschaft für Neurologie, beim MDR zitiert. Zurückliegende Studien hätten bereits gezeigt, dass Corona-Viren durchaus in das Nervensystem gelangen können. Ob das auch für Sars-cov-2 gelte, wisse man aber noch nicht genau.

Indiz könne sein, dass bei einigen Coronavirus-Infizierten auch der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns auftritt. Dass Patienten auch ohne typische Symptome schwer erkranken, könne ebenfalls ein Hinweis darauf sein. 

Dr. Georg-Christian Zinn: "Wir sehen keine Enzephalitis"

Dr. Georg-Christian Zinn
Dr. Georg-Christian Zinn sieht derzeit keine Hinweise darauf, dass das Coronavirus das Gehirn massiv schädigen kann.
© RTL, infoNetwork

Bei einer Virusinfektion befinden sich die Viren an verschiedensten Stellen des Körpers, auch im Blut und im Gehirn. "Das kennt auch jeder von uns. Wenn man eine Erkältung hat, bekommt man einen Hautausschlag oder Durchfall. Das zeigt: Viren können verscheidene Symptome veursachen. Ganz sicher können sie auch das Gehirn befallen. Wir sehen erste Berichte, dass es auch Geruchs- und Geschmacksstörungen gibt", erklärt Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia.

Er sieht derzeit allerdings keine Hinweise, dass das Coronavirus das Gehirn massiv schädigt: "Wir sehen keine Enzephalitis. Das heißt, es ist keine virale Infektion des Gehirns. Wir sehen eine virale Infektion der Lunge, eine Pneumonie, aber keine Enzephalitis. Insofern sind die Viren zwar da, aber sie schädigen nicht massiv das Gehirn. Das ist ein ganz wichtiger Unterschied."

Wie ein normaler Grippevirus das Gehirn schädigen kann, zeigt auch der Fall der vierjährigen Jade. Das Mädchen isr nach einer Grippeinfektion sogar erblindet, Influenza B hatte in ihrem Gehirn die Sehrinde angegriffen.

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