2019 M01 12 - 15:18 Uhr

100 cm Neuschnee möglich

Die Lage in Südbayern, Schweiz und Österreich ist schon brisant genug und es wird noch gefährlicher. Am Samstagabend setzt neuer Schneefall ein und bis Dienstag könnten dann knapp 100 cm Neuschnee zusammen kommen. Der krasse Neuschneewachs ist im Webcamvideo von foto-webcam.eu gut erkennbar. Außerdem frischt der Wind am Sonntag stürmisch auf, wodurch die Lage immer heikler wird. Auch auf die Dächer kommt eine enorme Belastung zu!

Lawinengefahrenstufe 5 befürchtet

Die Wettermodelle sehen keine Entspannung der Lage. Das Gegenteil ist der Fall, denn die gefährdeten Gebiete wurden sogar weiter ausgedehnt! Die Schwerpunkte befinden sich mittlerweile auf einer Linie Arlberg – Innsbruck - Berchtesgaden und Salzburger-Land. In diesen Regionen können bis Dienstag 100 bis 150 cm Neuschnee fallen. Dazu frischt der wind am Sonntag stürmisch auf – sodass in Gipfellagen Windböen von mehr als 100 km/h auftreten können. Die Folge ist, dass die krassen Neuschneemengen durch den Wind verfrachtet werden. Dadurch wäre ein Ansteigen auf die Lawinengefahrenstufe 5 (höchste Stufe) zu befürchten. Dies wird wohl am Sonntag oder spätestens am Montag der Fall sein.

Lawinenschutz reicht nicht mehr aus

Die Lawinenschutzpalisaden bieten kaum noch Schutz, da sie bereits fast vollständig im Schnee versunken sind. Normalerweise sollen sie verhindern, dass die Schneemassen auf den Bergen ins Rutschen kommen und sich damit den Hang hinunter bewegen. Die angekündigten Schneefälle könnten das Fass zum Überlaufen bringen, da die Bebauung teilweise ihre schützende Wirkung verloren hat. Dann werden die Schneemassen womöglich ungehindert Richtung Tal stürzen. Diese Situation verschärft somit die Lawinengefahr noch einmal deutlich.

Weiteres Problem: Dächer müssen enormen Gewicht standhalten

In den tiefer gelegenen Tallagen am bayerischen Alpenrand (Berchtesgaden, Allgäu) liegen unterhalb einer Höhe von rund 1200 Meter knapp 100 bis 250 cm Schnee. Die Schneefallgrenze soll bis Sonntagabend auf eine Höhe von 1200 bis 1500 Meter ansteigen – unterhalb dieser Höhe kommt Regen herunter. Von den Wettermodellen werden teilweise 20 bis 50 Liter Regen berechnet, der von dem Schnee buchstäblich aufgesogen wird. Die Dachlasten können sich verdoppeln oder gar verdreifachen. Dies gilt übrigens auch für die Hochlagen im Erzgebirge.