Neue Schifffahrtszeichen in Rostock erfolgreich getestet

Eine Seefahrtstonne aus Plastik liegt während eines Tests im Becken des Fischereihafens. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa
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20. Februar 2020 - 17:20 Uhr

Der Prototyp einer neuen Kunststofftonne, die als Seezeichen in der Schifffahrt eingesetzt werden soll, ist in Rostock erfolgreich getestet worden. Die Tonne habe sich im Wasser so verhalten wie es simuliert worden sei, sagte der Geschäftsführer der Rostocker Julius Marine GmbH, Christian Cammin, am Donnerstag. Vertreter mehrerer Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter aus ganz Deutschland hätten den Test in Rostock verfolgt.

Die Kunststofftonne könne nun in die Serienfertigung gehen, sagte Cammin. Insgesamt sollen vorerst 400 Stück mit einem Durchmesser von 70 Zentimetern hergestellt und von Herbst an vor der Ostseeküste nahe Stralsund und Wismar eingesetzt werden. Eine Sprecherin der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) in Bonn sagte, dass in der Ostsee in den kommenden Jahren insgesamt etwa 1000 Tonnen dieses Typs benötigt würden. Da marktübliche Tonnen nicht geeignet seien, wären diese Tonnen den speziellen Anforderungen der WSV entsprechend entwickelt worden.

Die Kunststofftonnen seien eine Alternative zu den bisher verwendeten Spitz- und Spierentonnen aus Stahl, erläuterte Cammin weiter. Die neuen Seezeichen seien wartungsarm. So entfalle der bei Stahltonnen notwendige regelmäßige Anstrich. Außerdem würden die Tonnen nicht rosten und seien deutlich leichter. Das Material könne wiederverwertet werden.

Die WSV unterhält und betreibt nach eigenen Angaben an den Wasserstraßen zur Fahrwasserbezeichnung etwa 1600 feste Schifffahrtszeichen wie Leuchttürme und Baken sowie 4000 schwimmende Schifffahrtszeichen, sogenannte Tonnen. Hinzu kommen rund 10.000 sonstige Schifffahrtszeichen.

Das Unternehmen Julius Marine GmbH ist nach Angaben des Geschäftsführers Christian Cammin 2017 als Start-Up gegründet worden. Im Bereich Schifffahrtszeichen ist es demnach bereits Marktführer in Deutschland.

Quelle: DPA