Neue Reifenregeln für die Saison: Das bedeuten sie für die Formel 1

Reifen FIA Formel 1
Neue Reifenregeln für die Saison.
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Neue Regeln können unverständlich sein. Romain Grosjean von Haas F1 twitterte im Dezember: "Die neuen Reifenregeln sind mir bislang nicht klar. Ich bin froh, einen helfenden Techniker zu haben." Wir erklären die neuen Regeln, auch für dich, Romain!

Ein neuer Reifentyp, drei Reifenmischungen pro Grand Prix und die Fahrer können ihre Reifensätze individuell wählen. Das ist neu in dieser Saison:

Neuer Reifentyp

Pirelli nimmt einen siebten Reifen in das Sortiment auf, den 'Ultrasoften'. Die weichste aller fünf Trockenmischungen soll insbesondere in der Qualifikation und auf Stadtkursen zum Einsatz kommen. Der neue Pneu soll laut Pirelli zwischen 0,5 und 0,9 Sekunden schneller sein als der Supersofte. Praktikabel ist er aber vermutlich nur für eine wirklich schnelle Zeit und sehr kurze Stints im Rennen. Markiert ist die Reifenmischung mit der Farbe Lila.

Drei Reifenmischungen pro GP

Weiterhin gibt es 13 Sätze an Trockenreifen pro Fahrer und Rennwochenende. Aber jetzt bestimmt Pirelli nur drei davon, zehn dürfen frei gewählt werden. Zwei der drei von Pirelli ausgesuchten Sätze muss das Team für das Rennen zurückhalten. Einer der beiden muss dann aber auch zwingend eingesetzt werden und zwei unterschiedliche Reifentypen eingesetzt werden.

Den dritten von Pirelli ausgesuchten Satz, den weichsten, müssen alle für Q3 aufheben. Wer nicht in Q3 einzieht, darf den Reifensatz im Rennen nutzen. Die zehn schnellsten Fahrer müssen aber weiterhin mit den Reifen starten, mit denen sie in Q2 ihre schnellste Runde fuhren – wodurch reichlich Taktikmöglichkeiten gegeben werden: Stellt Pirelli zum Beispiel den neuen ultrasoften Reifen, muss man diesen in Q2 für den sicheren Einzug in Q3 vermutlich nutzen. Der lila Reifen ist dann im Rennen allerdings nach wenigen Runden hinüber und durch den Boxenstopp fällt der Fahrer hinter langsamere Fahrzeuge zurück, die schwer zu überholen sind.

Vielleicht ist es also auch für einige Fahrer eine Option, die Top 10 absichtlich zu verpassen und dafür mit einer härteren Reifenmischung die im Qualifying schnelleren Gegner im Rennen in kurzer Zeit hinter sich zu lassen.

Individuelle Reifenwahl

Die Teams können für jeden Fahrer nun individuell Reifensätze festlegen. Neun Wochen vor dem Rennen bzw. 15 bei Überseerennen gibt Pirelli bekannt, welche Sätze ausgewählt werden. Binnen einer Woche müssen die Teams dann ihre Bestellungen angeben. Für den Australien GP hat Pirelli zum Beispiel Supersoft, Soft und Medium festgelegt. Weltmeister Lewis Hamilton setzt in Down Under auf sechs Supersoft, sechs Soft und einen Medium. Sein Teamkollege Nico Rosberg nimmt einen Soft-Reifensatz weniger und dafür einen mehr von Medium.

Für den Grand Prix wird sich dadurch vermutlich nicht viel ändern, da die Teams vor dem 2. Freien Training, dem Samstagstraining und dem Qualifying jeweils zwei Reifensätze abgeben müssen. Für die Qualifikation und das Rennen bleiben also nur sieben Sätze übrig. "Im Rennen wird es immer gleich sein, denn es gibt nur eine beste Strategie", erklärte Rosberg deshalb auch gegenüber 'Motorsport-Magazin.com'.