Labore stoßen an die Grenzen ihrer Belastbarkeit

Quarantäne statt Testpflicht: Regeln für Reiserückkehrer werden geändert

Ansturm von Reiserückkehrern und Einreisende n- zumeist aus Spanien und Ländern des Balkan s - auf einem Covid-19 Testz
Ansturm von Reiserückkehrern und Einreisende n- zumeist aus Spanien und Ländern des Balkan s - auf einem Covid-19 Testz
© imago images/Ralph Peters, Ralph Peters via www.imago-images.de, www.imago-images.de

25. August 2020 - 14:14 Uhr

Nach den Sommerferien sollen Rückkehrer in Quarantäne

​Wer aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreist und keinen negativen Test auf das Virus vorweisen kann, muss sich testen lassen. Das ändert sich bald. Die Gesundheitsminister der Bundesländer planen nach einem Vorschlag von Jens Spahn, dass nach den Sommerferien bei der Einreise wieder eine Quarantänepflicht gelten soll, wenn man sich vorher in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Auch kostenlose Test für für Urlauber aus anderen Regionen soll es nach dem Willen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach dem Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben.

Es habe eine hohe Übereinstimmung gegeben, dass richtigerweise im Sommer die Tests für Reisende ausgeweitet worden seien, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach dem Gespräch. Man sei sich aber gleichzeitig einig, dass mit Ende der Rückreisewelle die Kapazitäten wieder stärker im Bereich Pflege und Krankenhäuser genutzt werden sollten.

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Test-Labore stoßen an ihre Grenzen

​Die Quarantäne könne "nur durch ein negatives Testergebnis bei einer Testung nach frühestens fünf Tagen nach Einreise beendet werden", heißt es in dem Konzept, das Spahn den Gesundheitsministern der Länder für ihre Beratungen vorgelegt hatte. Wenn die Sommerfreien in allen Bundesländern vorbei sind, könnten die Regeln für Reiserückkehrer überarbeitet werden.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte am Montag, die Labore seien aktuell stark belastet, und es sei absehbar, dass das System dauerhaft an seine Grenzen stoße. "Klar ist auch, wenn wir wochenlang Volllast fahren in dem Bereich, werden wir Material- und Personalprobleme bekommen." Deshalb müsse man die Teststrategie entsprechend anpassen. Pro Woche werden dem Sprecher zufolge momentan rund 875.000 Corona-Tests gemacht. Die Labore hätten eine theoretische Kapazität von rund 1,2 Millionen.

In den Laboren werden Testmaterialien knapp

Die Berliner Gesundheitssenatorin und derzeitige Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz der Länder, Dilek Kalayci, sagte, in Berlin seien die Kapazitäten für Tests durch die massiven Testungen der Reiserückkehrenden ausgeschöpft. Hinzu kommen ihren Angaben zufolge Meldungen aus den Laboren über Materialknappheit. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte am Wochenende bei Twitter geschrieben, dass den Laboren Chemikalien und Stoffe, die man für den Test braucht (sogenannte Reagenzien) und bestimmte Kunststoffteile ausgingen.

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Tests für Urlaubsrückkehrer waren bisher kostenlos

Seit Ende Juli können Urlauber sich kostenlos auf Corona testen lassen. Reisende, die aus einer zum Risikogebiet erklärten Region kommen, müssen das seit 8. August sogar tun, wenn sie keinen negativen Test vorweisen können. Auch das ist bisher kostenlos.

Auch Österreich verschärfte die Regeln für Rückreisende aus Risikogebieten. Wer in Kroatien war, muss bei der Einreise ein Formular ausfüllen und sich registrieren – das gilt auch für Urlauber, die nur auf der Durchreise sind. An der slowenisch-österreichischen Grenze bildeten sich darum am Wochenende lange Staus. Auch viele Deutsche Urlauber warteten stundenlang, bevor sie weiterfahren konnten.

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Quelle: dpa, RTL.de