Neue Razzia wegen Betrugsverdachts in Berliner Kliniken

14. Februar 2016 - 1:14 Uhr

Die Berliner Polizei hat erneut zahlreiche Kliniken und Arztpraxen wegen Verdachts auf Abrechungsbetrug bei den Krankenkassen durchsucht. Von der Razzia betroffen waren 152 Krankenhäuser und andere medizinische Einrichtungen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie Privathäuser von Ärzten und DRK-Geschäftsführern, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Gegen 62 Verdächtige wurden Ermittlungen wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs eingeleitet. Bei den Beschuldigten handelt es sich um Mitarbeiter des DRK und niedergelassene Ärzte.

Die Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass Assistenzärzte sowie Ärzte ohne Kassenzulassung Untersuchungen vornahmen, für die sie nicht ausreichend qualifiziert waren. Zudem sollen sie diese wie Facharzt-Behandlungen abgerechnet haben. Außerdem sollen Ärzte bei den Medizinischen Versorgungszentren des DRK angestellt, aber tatsächlich in anderen Bereichen der DRK-Kliniken eingesetzt worden sein. Die angeblich in den Zentren vorgenommenen Leistungen sollen über die Kassenärztliche Vereinigung abgerechnet worden sein. Betroffen seien alle medizinischen Bereiche der ambulanten Versorgung, sagte ein Polizeisprecher. Den Krankenkassen sei dadurch ein zweistelliger Millionenschaden entstanden. Die DRK-Kliniken wollten sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern.

Bereits am 9. Juni hatte die Polizei DRK-Einrichtungen in Berlin durchsucht. Damals wurden ein Chefarzt und zwei DRK-Klinikgeschäftsführer festgenommen. Die sichergestellten Beweismittel hätten weitere Ermittlungen in Gang gebracht, die zur neuen Razzia geführt hätten, erklärte die Polizei. Im Juni war noch davon ausgegangen worden, dass es nur in der Radiologie Betrugsfälle gegeben habe.