Neue Proteste in Gaza: Neun Tote, über 1.300 Verletzte

Blutige Proteste an israelischer Grenze im Gazastreifen
Blutige Proteste an israelischer Grenze im Gazastreifen
© dpa, Wissam Nassar, GHY wal wst

07. April 2018 - 9:02 Uhr

Protestwelle im Gazastreifen hält an

Tausende Palästinenser protestieren den zweiten Freitag in Folge im Grenzgebiet zu Israel – mit blutigen Folgen: Neun Menschen starben, mindestens 1.354 wurden verletzt. Bei den Protesten handelt es sich um die schlimmsten Auseinandersetzungen seit 2014. Die Proteste stehen im Zusammenhang mit dem 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels.

Viele Tote im Gazastreifen

Ein Sprecher der palästinensischen Gesundheitsbehörde teilte mit, unter den Toten sei auch ein 16-Jähriger und ein palästinensischer Journalist. Auch Frauen und Kinder seien verletzt worden. Damit steigt die Zahl der getöteten Palästinenser seit vergangener Woche auf 31, mehr als 2.800 wurden verletzt. 491 Menschen erlitten den Angaben zufolge Schussverletzungen, viele andere klagten über Beschwerden nach dem Einsatz von Tränengas.

"Marsch der Rückkehr"

Die radikalislamische Hamas hatte vor eine Woche den "Marsch der Rückkehr" ausgerufen. Dabei handelt es sich um einen Protestmarsch zum Jubiläum der israelischen Staatsgründung. Den Jahrestag empfinden viele Palästinenser als Affront, da 1948 Hunderttausende Palästinenser aus dem heutigen Israel fliehen mussten. Jetzt bestehen sie auf ein 'Recht der Rückkehr'. Die Proteste sollen sechs Wochen andauern. Sicherheitsexperten befürchten schwere Zusammenstöße zwischen israelischen und palästinensischen Soldaten.

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Gezielte Anschläge der Hamas

An den gewaltvollen Protesten waren diese Woche Tausende Soldaten der israelischen Armee und der radikalislamischen Hamas beteiligt. Die israelische Armee soll nach eigenen Angaben auf militante Palästinenser geschossen haben. Hamas-Kämpfer haben wiederum Steine gen Israel geworfen und Autoreifen angezündet. Die dichten Rauchschwaden stellen nicht nur ein Sicherheits-, sondern auch ein Gesundheitsrisiko dar. Laut Israel behindert der Rauch die Sicht im Kampfgebiet. Außerdem setzt die Verbrennung gefährliche Giftstoffe frei.