Neue Polizeiwaffen: Umstellung zur Hälfte abgeschlossen

Eine Polizistin hält eine neue Dienstwaffe in der Hand. Foto: Friso Gentsch/dpa/Archivbild
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03. Februar 2020 - 7:00 Uhr

Die Modernisierung der Dienstwaffen der niedersächsischen Polizei ist etwa zur Hälfte abgeschlossen. Seit 2015 wurden rund 11.500 Pistolen des Typs Heckler & Koch SFP9 beschafft, wie das Innenministerium in Hannover auf Anfrage mitteilte. Insgesamt erhalten rund 18.250 Beamte im Vollzugsdienst sowie rund 3880 Anwärter die neue Waffe, weil Heckler & Koch das seit 2002 genutzte Modell P2000 nicht mehr in Serie herstellt. Für die Umstellung wurden bisher 4,35 Millionen Euro ausgegeben, also knapp 380 Euro pro Waffe. Wann die Maßnahme abgeschlossen sein wird, lässt sich dem Ministerium zufolge nicht absehen.

Die Beschaffung der neuen Waffen richtet sich nach dem Verschleiß der P2000: Nach 10.000 Schuss oder 20 Jahren ist die Grenze erreicht. Der Austausch der Pistolen erfolgt eins zu eins, zusätzliche Waffen werden also nicht beschafft.

Die Studierenden an der Polizeiakademie Niedersachsen erhalten die neue SFP9 gleich zu Beginn ihrer Polizeikarriere. Die Pistolen von Polizisten, die in den Ruhestand gehen, werden weiter verwendet, bis die Verschleißgrenze erreicht ist. Die ausgemusterten Waffen werden eingeschmolzen.

Einige der Waffen wurden zudem zu Sammlerobjekten umgearbeitet: Die Firma Waldmann legte eine Auflage von 1000 Füllfederhaltern im Design der Pistolen auf, inklusive eingravierter Seriennummer und präsentiert in einer originalen Waffenkiste. Der Erlös von rund 32.000 Euro ging an den Opferschutzverein "Weißer Ring". "Wir setzen damit ein Zeichen für Abrüstung und der Nichtverbreitung von Schusswaffen", sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) im Sommer.

Quelle: DPA