Besser erst frühstücken

Neue Studie: Kaffee am Morgen kann den Stoffwechsel stören

Gähnende Frau trinkt Kaffee.
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25. Oktober 2020 - 9:34 Uhr

Studie zeigt negative Kaffee-Auswirkungen

Gerade für Morgenmuffel ist die Tasse Kaffee direkt nach dem Aufwachen kaum wegzudenken. Doch Forschende haben jetzt herausgefunden, dass sich diese eine Tasse Kaffee negativ auf den Stoffwechsel auswirken kann. Wir erklären, woran das liegt.

Aufstehen, Kaffee, Blutzucker zu hoch?

Für viele Menschen ist es ein nicht hinterfragtes Ritual, kurz nach dem Erwachen erst einmal einen Kaffee zu trinken. Der Wachmacher soll beim Start in den Tag helfen. Dass das vor allem nach einer Nacht, in der man schlecht geschlafen hat, keine gute Idee ist, haben Forschende nun herausgefunden. Der Kaffee, der noch vor dem Frühstück getrunken wird, kann den Stoffwechsel möglicherweise negativ beeinflussen, schreiben die Forschenden der University of Bath laut ntv.de im "British Journal of Nutrition". Das gelte vor allem nach einer Nacht mit vielen Schlafstörungen.

Die Forschenden hatten die Blutzuckerregulierung in Blutproben von insgesamt 29 gesunden Erwachsenen unter verschiedenen Umständen untersucht. Für die Studie wurden verschiedene Szenarien in drei aufeinanderfolgenden Nächten durchgespielt. Die Forschenden wollten vor allem wissen, wie gut die körpereigene Regulierung des Blutzuckers der Probanden am Morgen nach einer Nacht mit gutem Schlaf und nach einer Nacht mit gestörtem Schlaf funktioniert. Zudem wurde nach einer dritten unruhigen Nacht geprüft, welche Rolle ein Frühstück dabei spielt.

Experiment: Jede Stunde geweckt

Während der Untersuchung hatte jeder Studienteilnehmer eine Nacht mit normalem Schlaf. Nach dem Aufwachen bekamen die Probandinnen und Probanden ein zuckerhaltiges Getränk, das ausreichend Glukose und Kalorien enthielt, um ein Frühstück nachzuahmen. Hinzu kamen zwei unruhige Nächte mit stündlichem Wecken, nach der einmal das simulierte Frühstück gereicht wurde und ein anderes Mal zuerst eine Tasse starken Kaffees mit etwa 300 Milligramm Koffein. 30 Minuten später bekamen die Probanden dann das zuckerhaltige Getränke als Frühstückersatz. Bei den Probandinnen und Probanden wurden dabei ständig die Blutzuckerwerte gemessen. Jeder Studienteilnehmer durchlief alle drei Szenarien in zufälliger Reihenfolge.

Die Wissenschaftler sahen in den Blutwerten, dass eine Tasse starker Kaffee ausreicht, um bei den Teilnehmern nach dem Frühstück einen Anstieg des Blutzuckers zu erzeugen. Besonders stark war dieser bei Probanden nach der unruhigen Nacht. Diese hatten rund 50 Prozent höhere Blutzuckerwerte im Vergleich zu den anderen Studienteilnehmern. Bei diesen stieg der Blutzuckerspiegel zwar auch durch das Frühstücksgetränk an, allerdings nicht so stark. Ein hoher Blutzuckerspiegel ist erst einmal kein Krankheitssymptom, da er bei gesunden Menschen mittels Insulin wieder abgebaut wird. Kommt dieser jedoch sehr häufig vor, beispielsweise durch sehr zuckerhaltige Ernährung, kann daraus die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus Typ 2 entstehen. Ein schneller Abfall des Blutzuckerspiegels macht zudem Hunger.

Kaffee besser erst nach dem Frühstück

Dieser negative Effekt könne vermieden werden, wenn man zuerst etwas isst und erst später Kaffee trinkt, insofern man dann immer noch das Gefühl hat, ihn zu brauchen, zitiert der "Insider" einen Forscher, der die Studie überwacht hat. Bisher gelten fünf Tassen des koffeinhaltigen Getränks als gesundheitlich unbedenklich. In einigen Fällen wird dem Getränk, wenn es nicht zu heiß getrunken wird, sogar vorbeugende Wirkung zugeschrieben. So soll der regelmäßige Kaffeegenuss beispielsweise das Risiko für die Entstehung von Diabetes mellitus senken. Eine Erkenntnis, die nicht zu den aktuellen Studienergebnissen passt.

Die Forschenden sind sich angesichts dessen bewusst darüber, dass die spezielle Wirkung von Kaffee auf die Regulierung des Blutzuckerspiegels nur ein Teil des Problems darstellt. Bekannt ist nämlich auch, dass großer oder regelmäßiger Schlafmangel zu Problemen des Stoffwechsels führen kann. Wie groß der Einfluss von Schlafmangel ist, muss jedoch erst noch erforscht werden.