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Neue Kältewelle trifft USA - Schneepflug tötet Schwangere

Neue Kältewelle trifft USA - Schneepflug tötet Schwangere

Gouverneur von Pennsylvania: "Bleibt zu Hause"

Der heftige Schneesturm in den USA bringt Millionen Amerikaner in Not. Schnee und Eis haben mindestens 21 Menschen das Leben gekostet. Zudem waren landesweit etwa 525.000 Haushalte und Betriebe ohne Strom, Tausende Flüge fielen aus, mehrere Bahnverbindungen wurden gestrichen. In New York gingen nach Angaben des Wetterdienstes bis zu 30 Zentimeter Schnee nieder. "Willkommen zum sechsten Wintersturm in sechs Wochen", sagte Bürgermeister Bill de Blasio.

Tankzug in Pennsylvania entgleist
In Pennsylvania entgleiste im Unwetter ein Tankzug mit Heizöl.
REUTERS, JASON COHN

Besonders tragisch war in New York der Fall einer Schwangeren, die von einem Schneepflug erfasst wurde. Die 36-Jährige starb im Krankenhaus. Ihr Sohn wurde zwar per Kaiserschnitt zur Welt geholt, sein Zustand war aber kritisch. Andere Menschen starben bei Autounfällen, wurden von umstürzenden Bäumen erschlagen oder erlitten beim Schneeschaufeln einen Herzinfarkt, wie die Zeitung 'USA Today' berichtete.

Vielerorts sorgten glatte Straßen für lange Staus - in Pennsylvania kam es auf einer Hauptverkehrsader nördlich von Philadelphia mitten im Berufsverkehr zu einer Massenkarambolage mit rund 30 Autos. Der Gouverneur des Bundesstaates Pennsylvania, Tom Corbett, erteilte den Bewohnern erneut den Rat: "Bleibt zu Hause". Erst kurz zuvor war im Unwetter ein Tankzug mit Heizöl entgleist. Ein oder zwei Waggons seien leckgeschlagen. "Die Lage ist aber unter Kontrolle."

"Ein großer Wintersturm zieht weiter in Richtung Nordosten", hatte der Wetterdienst gewarnt. Die Gefahr dauert an: Am Wochenende soll es erneut schneien. Alles in allem seien 100 Millionen Amerikaner von

den Wetterkapriolen betroffen, meldete der Fernsehsender CNN. Die Unwetterfront hatte mit heftigem Schnee- und Eisregen zum Wochenbeginn in Südstaaten wie Georgia, South Carolina und Alabama begonnen.

Wie bei vergangenen Wetterkapriolen verschlimmerte die teils marode Infrastruktur der USA die Lage deutlich. Schon einige Zentimeter des nassen, schweren Schnees genügten, um Äste oder Bäume auf Strommasten stürzen zu lassen und so ganze Straßenzüge von der Stromversorgung abzuschneiden. Viele Menschen hamsterten Vorräte und kauften Generatoren, um sich für den Notfall zu wappnen.

New Yorker Bürgermeister de Blasio in der Kritik

In Washington blieben am Donnerstag die Schulen geschlossen, Regierungsbeamte durften zu Hause bleiben. De Blasio stand schwer in der Kritik, weil er im Gegensatz zu Washington die Schulen in New York geöffnet ließ. Millionen Arbeitnehmer seien darauf angewiesen, ihre Kinder an einem sicheren Ort versorgt zu wissen, wies er die Vorwürfe zurück. "Wir schließen die Schulen erst, wenn es gar nicht mehr geht", sagte er.

Auch der sonst wärmeverwöhnte Süden kämpfte mit rekordverdächtigen Schneemassen. "Werden Sie nicht unachtsam. Mehr (Schnee) ist auf dem Weg", schrieb der Nationale Wetterdienst für Georgia auf 'Twitter'. Wie bei vergangenen Wetterkapriolen verschlimmerte die teils marode Infrastruktur der USA die Lage deutlich. Schon einige Zentimeter des nassen, schweren Schnees genügten, um Äste oder Bäume auf Strommasten stürzen zu lassen und so ganze Straßenzüge von der Stromversorgung abzuschneiden. Viele Menschen hamsterten Vorräte und kauften Generatoren, um sich für den Notfall zu wappnen.