Neue Hoffnung: Papst will Baby Charlie im Vatikan behandeln lassen

07. Juli 2017 - 18:01 Uhr

Trump twittert, der Papst handelt

Die Geschichte von Baby Charlie Gard aus England bewegt Menschen aus der ganzen Welt: Der todkranke Säugling leidet unter einer seltenen genetischen Krankheit (mitochondrialen Myopathie), die als unheilbar gilt. Seine Eltern entschieden sich dazu, ihn für eine experimentelle Heilmethode in die USA zu bringen. Der Fall landete vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte – und der entschied: Baby Charlie soll sterben. Das rief sogar den Vatikan und das Weiße Haus auf den Plan. Während US-Präsident Trump nur einen seiner nichtssagenden Tweets absetzte, will  Papst Franziskus nun höchstpersönlich den Eltern helfen, das Leben ihres Sohnes zu retten.

Vatikan-Pass könnte Gerichtsurteile aufheben

Vatican: Pope Francis Weekly General Audience Pope Francis greets the faithful as he arrives to celebrate his Weekly General Audience in St. Peter s Square in Vatican City, Vatican on June 28, 2017. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY GiuseppexCicciaVati
Papst Franziskus möchte Baby Charlie unbedingt helfen.
© imago/Pacific Press Agency, Giuseppe Ciccia, imago stock&people

Das Kirchenoberhaupt will Charlie mit dem Vatikan-Pass ausstatten, damit er im Krankenhaus des Vatikans, Bambino Gesu, in Italien behandelt werden kann. "Es wird gerade geprüft, ob es möglich ist, Charlie die Staatsbürgerschaft zu bewilligen", sagte ein hoher Angestellter der Vatikanstadt der britischen Zeitung 'The Sun'. "Gesetzliche Rahmenbedingungen erlauben es nicht, ihn in ein anderes Land zu verlegen und dort zu behandeln. Falls man die überwinden kann, dann sei es so."

Die Entscheidungen der Gerichte könnten damit aufgehoben werden. Der Vatikan tue, was er könne. Eigentlich ist eine vatikanische Staatsbürgerschaft funktionsbezogen und denjenigen vorbehalten, die eine Tätigkeit im Dienst des Heiligen Stuhls ausüben. Sollte Charlie die Staatsbürgerschaft dennoch bekommen, sei dieser Fall "beispiellos". 

Britische Ärzte sehen keine Hoffnung mehr für Charlie

Man mag sich gar nicht vorstellen, was Charlies Eltern Connie Yates und Chris Gard gerade durchmachen müssen. Sie hofften von Anfang an, ihren Sohn in den USA behandeln lassen zu können, doch die Entscheidung der Ärzte und Richter dagegen war niederschmetternd: Der Antrag auf die Therapie wurde erst vom höchsten Gericht Großbritanniens, dann auch vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg abgelehnt.

Die behandelnden Ärzte von Baby Charlie in London sind davon überzeugt, dass die Therapie dem elf Monate alten Baby nicht mehr helfen würde. Die irreparablen Schäden an seinem Gehirn seien bereits zu groß. Daher forderten sie, die lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen, um dem Säugling weitere Qualen zu ersparen.