Neue Hinweise im Entführungsfall Würth: Wer kennt die Stimme des Kidnappers?

02. Mai 2017 - 16:29 Uhr

Vom Kidnapper fehlt bis heute jede Spur

Zwei Jahre nach der Entführung des Sohnes von Schrauben-Milliardär Reinhold Würth ist die Polizei erneut an die Öffentlichkeit gegangen. Die Ermittler haben mehrere Anrufe des Kidnappers neu ausgewertet und hoffen jetzt auf den Durchbruch bei der Suche nach dem Täter.

Belohnung für Hinweise auf den Täter

Wer kennt diese Stimme? Drei Millionen Euro verlangte der Kidnapper für das Leben des Sohnes von Würth. Am 17. Juni 2015 in Schlitz (Vogelsbergkreis) entführte der Täter den 50-Jährigen, der seit seiner Kindheit geistig behindert ist und in einer integrativen Wohngemeinschaft lebte. Einen Tag später fanden die Ermittler das Opfer an einen Baum gekettet in einem Waldstück bei Würzburg - unversehrt. Doch vom Kidnapper fehlt bis heute jede Spur.

Nach einer neuen Analyse der Mitschnitte und des Dialekts vermuten die Beamten, dass der Entführer zwischen 40 und 52 Jahren alt ist, aus dem früheren Jugoslawien stammt und im Rhein-Main-Gebiet Deutsch gelernt hat. Thomas Hauburger von der Staatsanwaltschaft Gießen sagte, man könne davon ausgehen, dass er dort gelebt oder gearbeitet habe. Die Belohnung für Hinweise auf den Täter wurde von 5.000 Euro auf 30.000 Euro erhöht.

Neben der Stimmenanalyse nahm die Polizei Handy-Auswertungen vor. Dadurch sei ein Bewegungsbild des Täters entstanden, sagte Hauburger. Gelungen sei dies mit Hilfe von Cash-Code-Einkäufen, mit denen der Kidnapper sein Handy aufgeladen habe. Diverse Einkäufe seien im Rhein-Main-Gebiet erfolgt, am Tattag in einem Supermarkt in Würzburg-Eisingen, in der Nähe des späteren Auffindeort des Opfers. Die Aufnahme der Stimme hören Sie im Video. Hinweise nimmt die Polizei Hessen unter 0800-1812077 entgegen.