Neue Gehaltsstudie belegt: Löhne werden steigen – aber nicht für alle

Im Vergleich zu 2012 2.200 Euro netto mehr

In den nächsten Jahren werden die Löhne in Deutschland im Durchschnitt weiter steigen. Das ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung und der Prognos AG. Doch nicht alle werden von diesem Plus gleich stark profitieren. Neben den Löhnen wird auch die soziale Ungerechtigkeit steigen. Vor allem Beschäftigte in sozialen Berufen und Geringverdiener haben das Nachsehen. Für sie wird sich das Plus beim Netto-Einkommen weit weniger stark bemerkbar machen als für andere Berufsgruppen.

Studie belegt: Löhne werden steigen
Laut einer aktuellen Bertelsmann-Studie werden die Löhne in Deutschland steigen, aber nicht für alle Branchen gleich stark.
dpa, Arno Burgi

Im Durchschnitt erwarten die Experten eine Gehaltssteigerung von 2.200 Euro netto, wenn man die Jahre 2012 und 2020 vergleicht. Vor allem der demografische Wandel und der Fachkräftemangel sollen Grund für den Anstieg sein. Doch diese Faktoren wirken sich vor allem auf Branchen aus, die ein großes Produktivitätswachstum verzeichnen.

Schere von Arm und Reich geht weiter auseinander

Darum sind laut der Studie die großen Gewinner bei der Lohnerhöhung vor allem Beschäftigte in der chemischen und pharmazeutischen Industrie. Sie können sich inflationsbereinigt im Zeitraum von 2012 bis 2012 über 6.200 Euro mehr auf dem Konto freuen. Für Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitswesen steigen die Löhne im gleichen Zeitraum gerade einmal um 1.050 Euro an. Die Menschen, deren Gehalt im unteren Fünftel der Lohnskala liegt, werden im Schnitt sogar nur 750 Euro mehr bekommen.

Der Trend zur größeren Lohnungleichheit in Deutschland halte an, teilte die Bertelsmann-Stiftung mit. Die Schere zwischen Arm und Reich wird noch weiter auseinander gehen. "Diese Entwicklung ist bedenklich, denn wachsende Ungleichheit beeinträchtigt die Zukunftschancen sowohl der Menschen als auch unserer Wirtschaft und Gesellschaft als Ganzes", sagte der Vorsitzende der Stiftung, Aart De Geus.

Vor allem Alleinerziehende, die häufig im Einzelhandel, Gesundheits- und Sozialwesen tätig sind, werden besonders benachteiligt. Denn auch die Haushaltseinkommen entwickeln sich unterschiedlich. Ein Paar ohne Kinder hat bis 2020 voraussichtlich etwa 2.100 Euro mehr in der sKasse, ein Paar mit Kindern dagegen nur 1.650. Wer alleinerziehend ist, muss sich auf ein deutlich magereres Plus einstellen, denn hier steigt das durchschnittliche Haushaltseinkommen nur um 1.300 Euro.