Neue Details bekannt

Bruder des Sekten-Vaters spricht über „Geisterfamilie“ aus Drenthe

18. Oktober 2019 - 15:56 Uhr

„Geisterfamilie“ aus Drenthe: Der Fall wird immer rätselhafter

Täglich werden neue Details vom Horror-Hof im niederländischen Ruinerwold bekannt, wo sechs Kinder neun Jahre lang abgeschottet von der Außenwelt gelebt haben. Aber noch ist unklar, ob sie dazu gezwungen wurden oder sie freiwillig dort lebten. Es gibt konkrete Hinweise, dass die Familie der pseudochristlichen Moon-Sekte nahe steht. Wie RTL-Reporter Jan Heikordt erfahren hat, ist auch der Bruder des Familienvaters aktives Sekten-Mitglied. Mehr dazu im Video.

Vater war Mitglied in einer pseudochristlichen Sekte

Die niederländische Polizei hält sich mit Informationen zu der Familie bislang sehr zurück. Doch Fakt ist: Am Donnerstag wurde der Vater der sechs Kinder, die jahrelang isoliert auf dem Bauernhof gelebt haben, von der Polizei festgenommen. Er werde der Freiheitsberaubung, Misshandlung und Geldwäsche verdächtigt, teilte die Polizei am Donnerstagabend mit.

Zudem wurde bekannt, dass der 67-jährige Sohn eines Schriftstellers Mitglied in der 1954 in Südkorea gegründeten Moon-Sekte sein soll. In Deutschland heißt sie Vereinigungskirche. Im welchem Zusammenhang die Sekte zum Fall steht, müsse noch ermittelt werden, teilte die Polizei mit. Es werde untersucht, "ob es hier um eine besondere Glaubens- oder Lebensgemeinschaft ging", heißt es.

Ein Sprecher der sogenannten Vereinigungskirche des Koreaners Moon hatte unterdessen bestätigt, dass der Mann einige Zeit Mitglied gewesen sei.

Der Vater betrieb mit Josef B. ein Spielzeugladen in Zwartsluis

Der Österreicher Josef B. und der Vater der Familie waren nach Angaben einer früheren Nachbarin bereits seit gut 15 Jahren befreundet. Sie waren gemeinsam Inhaber eines Spielzeugladens im nahe gelegenen Zwartsluis. Das Geschäft, das seit 2010 geschlossen ist, war am Mittwochabend von der Polizei durchsucht worden. Auch ein weiterer Betrieb des Vaters war durchsucht worden. Ob die Ermittler etwas gefunden haben, wollten sie zunächst nicht bekannt geben.

Hinweise zu der Familie kommen auch von den Einträgen eines Sohnes auf den sozialen Medien. Der 25-Jährige hatte am Montag in der Dorfkneipe um Hilfe gebeten und so den Stein ins Rollen gebracht.