Neue CSD-Demonstration am 27. Juni geplant

Eine Regenbogenfahne weht im Wind. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild
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09. Juni 2020 - 14:12 Uhr

Mit dem Abflauen der Corona-Pandemie und dem Beginn des Sommers nimmt das Demonstrations- und Partygeschehen in Berlin wieder Fahrt auf. Aktivisten aus der Community von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Trans- und Inter-Personen sowie queeren Menschen (LGBTIQ) kündigten eine Demonstration zum Christopher Street Day (CSD) für den 27. Juni an. Der Plan ist wohl eine Reaktion darauf, dass die große offizielle CSD-Parade, die eigentlich am 25. Juli stattfinden sollte, nun wegen Corona größtenteils nur online laufen soll.

Die Veranstalter der neu angekündigten Demonstration schreiben, Diskriminierung gegen LGBTIQ müsse dort bekämpft werden, wo sie geschieht, "und das ist in der Öffentlichkeit, im Besonderen der öffentliche Raum der Straße".

Die Demonstration hat das Motto: "Pride Berlin: Save our Community, Save our Pride". Eine Strecke wurde noch nicht veröffentlicht. Im Internet gibt es bisher einige hundert Zusagen. Die Veranstalter versicherten, man wolle sich selbstverständlich an die Vorgaben des Senats halten und sich mit allen Behörden absprechen.

In einer Stellungnahme des offiziellen CSD-Vereins, die das Szene-Magazin "Siegessäule" veröffentlichte, hieß es, die zusätzlich angekündigte Demonstration sei keine Konkurrenz zu der für den 25. Juli geplanten Veranstaltung. In der Szene hatte es seit längerem Diskussionen gegeben, ob es richtig sei, auf öffentliche Demonstrationen zu verzichten. Üblicherweise ziehen bei den großen CSD-Paraden Zehntausende verkleidete Menschen mit Lautsprecher- und Partywagen durch die Stadt.

Erlaubt sind in Berlin inzwischen wieder beliebig große Demonstrationen. Allerdings sollen sich alle Teilnehmer an die Abstandsregeln halten. Dass das nicht immer klappt, zeigten die Beispiele der Anti-Rassismus-Demonstration am Samstag und der Schlauchboot-Demonstration an Pfingsten. Daher gab es zuletzt wieder Forderungen nach neuen Konzepten, um ein Aufflammen der Corona-Pandemie zu vermeiden.

Quelle: DPA