Wer sich jetzt noch testen lassen kann - und wer nicht

Neue Strategie: RKI ändert Kriterien für Corona-Tests

Das RKI hat neue Kriterien für Corona-Tests bekanntgegeben.
Das RKI hat neue Kriterien für Corona-Tests bekanntgegeben.
© iStockphoto, Geber86

04. November 2020 - 9:52 Uhr

Steigende Fallzahlen: Test-Labore kommen an die Grenzen ihrer Kapazitäten

Die Corona-Lage in Deutschland spitzt sich seit einigen Wochen mehr und mehr zu. Das aktuelle Infektionsgeschehen bringt auch die Test-Labore an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Um dem entgegenzuwirken, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) jetzt neue Empfehlungen für Ärzte herausgegeben, wann ein Corona-Test durchgeführt werden sollte.

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Nicht alle Menschen mit Erkältungssymptomen sollen getestet werden

"Je höher die Fallzahlen, desto schwieriger wird es, alle Personen mit Atemwegsinfektionen zu testen", sagte RKI-Vizechef Lars Schaade am Dienstag in Berlin. Gerade jetzt, in den Herbst- und Wintermonaten, nähmen diese schließlich, auch unabhängig von Corona, durch andere Viren zu. Um alle Personen mit Erkältungssymptomen zu testen, seien dann mehr als drei Millionen Tests pro Woche erforderlich, so Schaade. Doch dies sei "weder nötig noch erforderlich".

Angesichts stark steigender Infektionszahlen hatten Labore zuvor vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests gewarnt. Die Testkapazitäten seien bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin am Dienstag auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. In der vergangenen Woche wurden demnach insgesamt 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht.

Nun hat das RKI die Empfehlungen an Ärzte hinsichtlich der Testkriterien angepasst – "um möglichst effektiv zu testen", so der RKI-Vize.

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Wer noch getestet wird: Diese 3 Kriterien gelten jetzt

  1. Symptome: Wer an klinischen Corona-Symptomen wie schwerem Husten, Fieber, Atemnot oder Störungen des Geruchs- oder Geschmackssinns leidet, soll laut neuer Test-Strategie weiterhin auf das Virus getestet werden.
  2. Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe: Sogenannte vulnerable Gruppen, also Menschen, die beispielsweise durch ihr Alter oder eine Vorerkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben, sollen laut RKI bevorzugt getestet werden.
  3. Expositionswahrscheinlichkeit: Damit ist die Wahrscheinlichkeit, dem Coronavirus ausgesetzt gewesen zu sein, gemeint. Wer Kontakt zu einem nachgewiesenen COVID-19-Infizierten gehabt hat, mit diesem in einem Haushalt lebt oder in Verbindung zu einem bekannten Ausbruchsgeschehen steht, hat beispielsweise eine hohe Expositionswahrscheinlichkeit.

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400.000 Fälle pro Tag bis Weihnachten?

Über die Lage in der Pandemie sagte Schaade: "Wir sind noch mitten im Marathon." Er appellierte an die Bürger, die Verhaltensregeln einzuhalten. Nähme die Fallzahl weiter so schnell zu wie zuletzt - mit einer Verdoppelung innerhalb von zehn Tagen - gäbe es nach seinen Worten 400.000 Fälle pro Tag bis Weihnachten.

Quelle: dpa/RTL.de

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