Pressekonferenz in Berlin

RKI-Präsident Wieler: "Die Entwicklung macht mir große Sorgen"

RKI-Chef Lothar Wieler berichtet über das aktuelle Infektionsgeschehen
© REUTERS, POOL, THO

29. Juli 2020 - 11:24 Uhr

Über 3.600 neue Fälle in den letzten sieben Tagen

Deutschlandweit nimmt das Infektionsgeschehen wieder zu. Auf einer Pressekonferenz berichtete das Robert Koch-Institut am Dienstagmorgen über den beunruhigenden Trend der letzten Tage. Der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Lothar Wieler sagte: "Die  neueste Entwicklung in Deutschland macht mir und uns allen im Robert Koch-Institut große Sorgen". Waren die Fallzahlen zwischenzeitlich deutlich gesunken, wurden in den vergangenen sieben Tagen über 3.600 neue Fälle gemeldet.

Beginn der zweiten Welle?

Große Sorgen bereiten den Wissenschaftler vom Robert Koch-Institut, dass mittlerweile deutschlandweit viele kleine Ausbrüche zu beobachten sind. Das Infektionsgeschehen sei diffus. Es gebe aktuell keine einzelnen Hotspots, wie zuletzt beim Fleischfabrikanten Tönnies. Auf die Frage von Journalisten, ob das nun der Beginn der vielbefürchteten zweite Welle der Pandemie sei, sagte der RKI-Chef: "Wie wissen es nicht, er könnte es aber sein."

Wieler: "Wir haben es in der Hand"

Den Hauptgrund für die wieder steigenden Zahlen, sieht das Robert Koch-Institut in der Nachlässigkeit der Menschen. Viele würden sich nicht mehr ausreichend an die Hygiene- und Abstandsregeln halten. "Die Pandemie ist nicht vorbei. Wir sind mitten drin in dieser Pandemie." Die vergangenen Wochen hätten jedoch gezeigt, wie wirksam die geltenden Verhaltensregeln sind. Nach Einschätzung des RKI müssten die Abstands und Hygieneregeln noch monatelang bleiben und wieder strenger eingehalten werden. Dies sei das Mittel, um die Lage in den Griff zu bekommen. "Wir haben es in der Hand", sagte Wieler.

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