Irrer Schildbürgerstreich in Neuburg

Neue Behindertenparkplätze zu klein - und aus dem Parkhaus kommt man nie wieder raus!

Behindertenparkplätze in der Neuburg Tiefgarage Fürstgarten
© Andrea Hammerl

28. Mai 2020 - 14:15 Uhr

Gut gemeint - nicht gut gemacht

Menschen mit Behinderungen haben es im Alltag oft nicht leicht, gerade wenn es um das Thema Mobilität geht. Und deswegen hat die Politik den klaren Auftrag, überall Barrierefreiheit herzustellen. Dabei wird aus einem "Gut gemeint" allzu oft ein "Nicht gut gemacht", wie eine Posse aus Neuburg an der Donau einmal mehr zeigt.

Stellplätze in der Tiefgarage gar nicht geeignet

Ein Schildbürgerstreich, wie er im Buche steht, spielt sich gerade im bayerischen Neuburg ab: Dort wurden nämlich drei der insgesamt 132 Parkplätze in einer frisch sanierten Tiefgarage als Behindertenparkplätze ausgewiesen. Dafür sind sie aber gar nicht geeignet: Alle drei Stellplätze entsprechen weder in Breite noch Länge der für öffentliche Einrichtungen verpflichtenden DIN-Norm 18040/1. Das berichtet der Donaukurier. Das Steuergeld für die neuen Schilder und frischen Markierungen hätte sich die Stadt dementsprechend eigentlich sparen können.

Wie komme ich als Rollstuhlfahrer hier bloß wieder raus?

Aber nicht nur das: Ein ortsunkundiger Rollstuhlfahrer wäre gar nicht in der Lage, aus der Fürstgarten-Tiefgarage herauszugelangen. Es ist kein Aufzug im öffentlichen Teil vorzufinden, der befindet sich nämlich im abgesperrten und nicht ausgeschilderten privaten Tiefgaragenteil. Der Bürgersteig der Einfahrtsrampe ist dazu noch zu schmal und die Steigung mit 14 Prozent außerdem mehr als doppelt so groß wie die für Behindertenrampen zugelassenen sechs Prozent.

Stadt will „schnellstmöglich“ Abhilfe schaffen

Experten vom Sozialverband VdK Deutschland e.V. haben sich vor Ort im Auftrag der lokalen Presse mit Maßband ausgestattet ein Bild von der Lage gemacht - und schwankten dabei zwischen heftigem Kopfschütteln und großem Schmunzeln. Bernhard Mahler, Pressesprecher der Stadt Neuburg, hat mittlerweile versprochen: "Wir schauen uns das sofort an." Man wolle schnellstmöglich eine zielführende Lösung für die Fehlplanung finden.