Passanten rufen die Polizei

Neu-Ulm: Mutter verprügelt Vierjährigen - weil er sich beim Spielen nass gemacht hat

Kind wehrt sich mit ausgestreckten Armen ibxyan01596733
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07. August 2020 - 10:04 Uhr

Tritte gegen Kopf und Rücken wegen ein paar nasser Klamotten

In Neu-Ulm (Bayern) hat eine Mutter ihren vierjährigen Sohn in aller Öffentlichkeit verprügelt. Der kleine Junge hatte sich beim Spielen an einem Wasserspiel nass gemacht – für die 31-Jährige offenbar Grund genug, dem Kind eine Tracht Prügel zu verpassen. Die Frau, die mit ihm und noch zwei weiteren Kindern unterwegs war, stieß den Vierjährigen zu Boden und trat ihm gegen den Rücken und gegen den Kopf.

Passanten griffen ein und hielten die Mutter zurück

Zum Glück waren auf dem Bahnhofsvorplatz Passanten in der Nähe, die sofort die Polizei riefen. Sie hielten die Mutter auch bis zum Eintreffen einer Streife davon ab, weiter auf das am Boden liegende Kind einzuschlagen. Die Frau muss nun mit einem Verfahren wegen der Misshandlung von Schutzbefohlenen rechnen.

Der Vierjährige wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Wenn er entlassen wird, muss er auch nicht zu seiner prügelnden Mutter zurück. Die Polizei schaltete das Jugendamt ein, das entschied, den Jungen und seine beiden Geschwister in Obhut zu nehmen. Die Kinder sollen vorerst in Pflegefamilien untergebracht werden.

Kinder in Deutschland haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung

Auch wenn sich noch immer nicht alle Eltern daran halten: Seit dem Jahr 2000 ist es in Deutschland verboten, Kinder zu schlagen. "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig", steht seitdem im Bürgerlichen Gesetzbuch.