Coronavirus

Neu-Infektionen so hoch wie nie: USA verschärfen Maßnahmen

01. Juli 2020 - 8:02 Uhr

Hohe Neu-Infektionen und kaum Besserung in Sicht

Die USA vermelden 47.000 Neu-Infektionen an nur einem einzigen Tag. Damit liegt die Zahl der Menschen, die sich neu mit dem Coronavirus infiziert haben so hoch, wie noch an keinem Tag seit Beginn des Ausbruchs. Sicherheitsmaßnahmen sollen jetzt verschärft werden, da Experten einen weiteren Rekordanstieg am kommenden Nationalfeiertags-Wochenende befürchten. Im Video sehen SIe, wie das Land jetzt darauf reagieren will.

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Verschlimmerung an Feiertagswochenende erwartet

Während sich Europa stetig in die Normalität vor Corona zurückkämpft, stecken die USA noch mitten in der Krise – und Experten befürchten einen weiteren Anstieg der Neu-Infektionen am kommenden Wochenende. Der Unabhängigkeitstag ist einer der wichtigsten Feiertage der US-Amerikaner und wird jedes Jahr am 4. Juli mit großen Paraden gefeiert, viele Bürger machen Urlaube und verbringen ihr freies Wochenende somit in touristischen Ballungsgebieten. 

Corona-Infektionen so hoch wie nie

Angesichts der schnellen Zunahme der Coronavirus-Neuinfektionen im Süden der USA hat einer der führenden Gesundheitsexperten des Landes vor einer Zuspitzung der Pandemie gewarnt. Falls der Anstieg in den betroffenen Bundesstaaten nicht unter Kontrolle gebracht werden könne, seien landesweit bald bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag vorstellbar, warnte der Immunologe Anthony Fauci bei einer Anhörung im Senat.

Mehrere US-Bundesstaaten traten wegen der Entwicklung bei den Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus auf die Bremse. In den USA liegt die Zahl der Neuinfektionen derzeit bei rund 40.000 pro Tag - mehr als an den meisten Tagen der Hochphase der Pandemie im April. Mittlerweile wird zwar auch mehr getestet, allerdings verzeichnen viele Städte mehr Einlieferungen in Krankenhäuser. Insgesamt wurden fast 2,6 Millionen Infektionen und 126.000 Todesfälle erfasst.

Um eine weitere Verschlimmerung der Virusausbreitung zu verhindern, verschärfen einige US-Bundesstaaten jetzt die Sicherheitsmaßnahmen und nehmen Lockerungen wieder zurück. 

Geplante Corona-Maßnahmen

In Texas, Florida, Kalifornien und Arizona versuchen die lokalen Regierungen, der Entwicklung entgegenzusteuern, und pausierten die phasenweise Lockerung von Corona-Auflagen oder machten sie rückgängig. Arizonas Gouverneur Douglas Ducey beschränkte die Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen zunächst bis Ende Juli wieder auf 50 - und das nur eine Woche nach einem Auftritt von US-Präsident Donald Trump mit zahlreichen Zuschauern. "Wir gehen davon aus, dass sich unsere Zahlen verschlechtern werden", sagte der Gouverneur laut US-Medien. In dem Bundesstaat mit gut sieben Millionen Einwohnern gibt es bislang rund 75.000 bestätigte Coronavirus-Infektionen.

In Südkalifornien sollen am kommenden Feiertagswochenende im Bezirk Los Angeles die Strände geschlossen bleiben. Auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich, teilte der Bezirk am Montagabend mit. Ebenso wurde das traditionelle Feuerwerk zum Nationalfeiertag (4. Juli) abgesagt. Auch in Teilen Floridas sollten die Strände geschlossen bleiben. In der Stadt Jacksonville, wo US-Präsident Trump im August im Zuge des Parteitags als Präsidentschaftskandidat der Republikaner gekürt werden soll, sollen nun in öffentlichen Gebäuden, in denen Abstandsvorgaben nicht eingehalten werden können, Masken getragen werden. Andere Bundesstaaten verschoben ihre geplanten Lockerungen auf Ende Juli.