Neu bei AWZ: Michael N. Kuehl spielt Florian Wild

unbekannt
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Gleich sein erster Dreh überhaupt war am Set von "Inglorious Basterds" – Jungschauspieler Michael N. Kuehl ließ sich von den Warnungen der Sicherheitsleute des Starregisseurs nicht beeindrucken und wechselte ein paar Worte mit Quentin Tarantino. Die Rüge "Mit Quentin Tarantino spricht man nicht" folgte auf dem Fuß. Bereut hat er es trotzdem nicht. Auch nicht seine Zusage für "Alles was zählt". Am Set in Köln-Ossendorf herrscht auch kein Verbot, mit den Regisseuren zu sprechen. Ab dem 11. Mai 2010 ist der 22-jährige Hannoveraner in der Hauptrolle des Florian Wild, dem jüngeren Bruder von Eislauftrainer Roman Wild, zu sehen. Wir haben ihn zu seiner interessanten Schauspielvergangenheit befragt.

Wie kam es gleich beim ersten Dreh zur Begegnung mit Quentin Tarantino?

Ich hatte zwei Jahre Theater gespielt, bevor ich vor rund einem Jahr auch mal einen Job beim Film oder Fernsehen haben wollte. Als ich dann hörte, dass Tarantino in Deutschland dreht, habe ich mich beworben. Ich war bei "Inglorious Basterds" zwar nur Komparse, aber ich war vier Tage dort am Set. Und ich habe es mir nicht nehmen lassen, einfach auf ihn zuzugehen und mit ihm zu sprechen, trotz Security. Die hat mich danach dann auch gleich verwarnt, sollte ich noch einmal auf die Idee kommen, mit Quentin zu sprechen, würde ich Set-Verbot bekommen. "Mit Quentin Tarantino spricht man nicht" war dort die Devise, zumindest was uns Komparsen anging. Auch in anderer Hinsicht waren die Dreharbeiten aufregend: Neben großen Stars wie Brad Pitt und Til Schweiger habe ich auch einige "gebrochene Schauspieler" gesehen, die dort "nur" Komparsen waren. Auf der einen Seite war Glamour, auf der anderen Seite der totale Absturz.

Vom internationalen Film zu "Alles was zählt"

Wie bist du dann zu AWZ gekommen?

Ich habe erst noch ein paar internationale Filme gedreht - einen kanadischen Film in Berlin und einen britischen in Luxemburg –, wurde dann von meiner Agentur am „Schauspiel Hannover“ entdeckt und bin dann recht rasch zum Casting bei AWZ eingeladen worden. Zunächst war ich etwas verunsichert, da es um eine langfristige Hauptrolle gehen sollte, aber ich habe es natürlich versucht. Als ich dann nach zwei Casting-Runden die Zusage bekommen hatte, war ich total glücklich: Das erste Casting für eine deutsche Produktion, bei dem ich die Zusage bekommen habe!

Apropos international: Du hast lange in Kolumbien gelebt …

Von 1991 bis 1999 haben wir in Bógota gewohnt, wo mein Vater als Pastor in einer deutschen Gemeinde gearbeitet hat. Nach acht Jahren wollten meine Eltern aber wieder zurück nach Deutschland und so sind wir in Hannover gelandet. Ich wäre gerne noch bis zu meinem 16.Lebensjahr dageblieben. So kann ich fließend Spanisch, das ich dort immer mit meinen zwei Brüdern und meinen Freunden gesprochen habe. Mit meinen Eltern habe ich nur Deutsch gesprochen, und Englisch habe ich aus dem amerikanischen Fernsehen gelernt, das bei uns mit spanischen Untertiteln lief.

Wie war es dann zurück in Deutschland?

Ich komme ja aus Hannover, wo meine Familie und meine Freunde leben, und an den Wochenenden fahre ich immer dorthin. Zwischendurch habe ich mal ein Jahr in Göttingen gewohnt, als ich dort mehr oder weniger erfolglos versucht habe, BWL zu studieren. Das habe ich dann abgebrochen und mich lieber wieder auf die Schauspielerei konzentriert.

Wie bist du denn zur Schauspielerei gekommen?

Relativ spät. Ich hatte zwar Schultheater gespielt, aber erst 2007 hat mich ein Casting für Romeo und Julia am Schauspielhaus sehr gereizt. Parallel dazu habe ich noch mein Abi gemacht, daher war es eine harte Zeit. Der Regisseur war aber sehr cool und hatte schon oft mit Jugendlichen gearbeitet. Vier Monate haben wir geprobt, und da habe ich gemerkt, dass mich das mehr als alles andere interessiert, dass in mir ein Tier steckt, das spielen muss. Ein Jahr später wusste ich dann: Das soll es sein und nichts anderes.

Was haben deine Eltern dazu gesagt, dass du Schauspieler werden wolltest?

In meiner Familie ist niemand Schauspieler, daher waren sie zunächst ein bisschen überfragt, aber trotzdem meinem Wunsch gegenüber sehr offen. Sie haben mir zum Beispiel nie gesagt, dass ich in die Fußstapfen meines Vaters treten soll und freuen sich sehr mit mir, dass es mit AWZ geklappt hat.