7. Januar 2019 - 16:11 Uhr

Warum ist es so faszinierend, anderen beim Aufräumen zuzugucken?

Dinge müssen ein Glücksgefühl auslösen – sonst kann man sich von ihnen trennen. Das ist das Mantra der Bestseller-Autorin Marie Kondo. Auf Netflix ist die Serie "Aufräumen" aktuell ein Riesen-Hit – Millionen von Nutzern gucken anderen beim Ordnung schaffen zu. Unsere Reporterin lässt sich von Marie beim Aufräumen helfen. Klappt ihre "KonMari"-Methode wirklich?

Was dich nicht berührt, kann weg

​Hinter dem vordergründigen Aufräumen steckt mehr: Beziehungskonflikte, Angst vor der Einsamkeit oder Sorge vor dem Erwachsenwerden. Und das ist es auch, was die Zuschauer bei Marie Kondos Serie so fasziniert. Wochenlang begleiten die Kameras die Aufräum-Willigen und zeigen die kleinen Fortschritte.

Wie einfach sich über Jahre oft unbemerkt riesige Mengen an Kleidung, Küchenartikeln und Krempel ansammelt – das kennt vermutlich jeder. Und genau darum geht es bei Marie Kondo. Die zierliche Japanerin packt selbst mit an, klettert in Schränke und kämpft sich durch unordentliche Klamottenberge.

Es wird erstaunlich viel geweint

Der Zuschauer ist bei allem dabei und fühlt sich seltsam motiviert, die eigenen vier Wände neu zu strukturieren. Wochenlang räumen die Kandidaten in der Serie ihre Häuser auf und lassen sich den Fortschritt immer wieder von Guru Marie Kondo bestätigen.

Sie liebt Unordnung – das sagt Kondo immer wieder. Weil es dann so viel aufzuräumen gibt. Für die meisten Kandidaten ist das Aufräumen eine sehr emotionale Erfahrung. Die Trennung von scheinbar überflüssigem Plunder geht ihnen nahe.

Vielleicht ist auch das der Grund für die Faszination der Netflix-Nutzer. Die starken Emotionen, die durch das eigentlich so banale Ordnung schaffen ausgelöst werden, sind fesselnd.

Klappt das wirklich?

2016 hat unsere Reporterin zusammen mit Marie Kondo ihre Wohnung aufgeräumt – lange vor dem großen Serien-Hit. Ob sie auch so schwer an ihren Sachen hing und wie effektiv die Aufräum-Methode im Alltag ist, zeigen wir im Video.