„Die Frage ist nicht, was wir dürfen. Die Frage ist, was wir mit uns machen lassen!“

Nena regt sich bei Berlin-Konzert über Corona-Maßnahmen auf

Sängerin Nena ist nach ihren Äußerungen zur Querdenkerbewegung und den Vorfällen in Kassel in die Kritik geraten.  Nun regte sie sich bei einem Konzert in Berlin über Corona-Schutzmaßnahmen auf.
Sängerin Nena ist nach ihren Äußerungen zur Querdenkerbewegung und den Vorfällen in Kassel in die Kritik geraten. Nun regte sie sich bei einem Konzert in Berlin über Corona-Schutzmaßnahmen auf.
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26. Juli 2021 - 12:49 Uhr

Weil Veranstalter mit Konzertabbruch droht, reagiert Nena aufgebracht

Bereits im Oktober 2020 sorgte Nena für Schlagzeilen, als ein kryptischer Instagram-Post von ihr darauf hinzudeuten schien, dass die Sängerin mit Corona-Leugnern und Verschwörungstheoretikern sympathisiert. Danach bedankte sie sich in ihrer Insta-Story für eine Anti-Corona-Demonstration in Kassel. Jetzt wetterte die 61-Jährige bei einem Konzert in Berlin öffentlich über die für ihren Auftritt geltenden Corona-Maßnahmen.

„Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter!"

Ein Video bei Twitter, das bei Nenas Konzert in Berlin am 25. Juli entstanden ist, zeigt die Sängerin auf der Bühne. Sie beschwert sich beim anwesenden Publikum darüber, dass ihr vom Veranstalter "gedroht wird", den Auftritt abzubrechen, weil die Fans "nicht in ihre Boxen" gehen. Damit sind die abgetrennten Bereiche gemeint, in denen wegen der Corona-Ansteckungsgefahr immer nur wenige Fans zusammen feiern dürfen. Offenbar hatten viele von Nenas Anhängern sich bei den Konzert nicht an die vorgeschriebenen Abgrenzungen gehalten und sich vor der Bühne versammelt. Dazu hatte Nena sie laut "Tagesspiegel" sogar explizit aufgefordert. Ihre Klassiker "Nur geträumt" soll Nena mit den Worten "Holt euch eure Freiheit zurück" angekündigt und die Fans gebeten haben, nach vorne zu kommen.

Als daraufhin der Veranstalter mit Konzertabbruch droht, sagt Nena: "Ich überlasse es eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Das darf jeder frei entscheiden. Genauso, wie jeder frei entschieden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht." Sie verstehe nicht, dass "das Ganze hier politisiert wird", aber beim Christopher Street Day in Berlin am Vortag ihres Konzertes "80.000 Leute eng aneinander auf der Straße waren": "Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter! I don't fucking care! Ich hab' die Schnauze voll!", so die Sängerin im Twitter-Video. Ihr Fazit des Abends: "Die Frage ist nicht, was wir dürfen. Die Frage ist, was wir mit uns machen lassen!"

Viele der Fans feuern Nena an und applaudieren bei ihren Aussagen. Doch unter den Zuschauern sind auch viele, die diese Denkweise nicht unterstützen wollen. "Ich habe das Nena Konzert jetzt vorzeitig verlassen. Querdenker-Parolen und nicht eingehaltene Hygienekonzepte kann ich nicht gut heißen", twitterte zum Beispiel andro.official.

Nena hat sich auf Anfrage von RTL bislang nicht zu ihren Aussagen vom Berliner Konzert geäußert. (csp)

Im Video: So erklärte Nenas Partner Philipp Palm im Oktober Nenas Aussagen

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