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Nelson Mandela in "kritischem" Gesundheitszustand

Nelson Mandela in "kritischem" Gesundheitszustand

Südafrika bangt um seinen Nationalhelden

In Südafrika wächst die Sorge um den lebensbedrohlich erkrankten Nationalhelden Nelson Mandela. Nach einer Lungenentzündung ist der Gesundheitszustand des 94-Jährigen weiter "kritisch", erklärte die Regierung in Pretoria. Die Ärzte würden aber alles in ihren Kräften stehende tun, um Mandela zu helfen.

Nelson Mandela in kritischem Gesundheitszustand
Südafrika sorgt sich um das Leben seiner Ikone: Nelson Mandela geht es wieder sehr schlecht.
REUTERS, HANDOUT

Bislang war von einer ernsten, aber stabilen Lage die Rede gewesen. Nelson Mandela liegt wegen Lungen-Problemen im Krankenhaus. Der amtierende Präsident Jacob Zuma sei bei einem Besuch am Krankenbett Mandelas von den Medizinern entsprechend informiert worden, heißt es in Stellungnahme von Präsidentensprecher Mac Maharaj. In der vergangenen Woche hatten Zuma und Angehörige noch berichtet, dass Mandela auf die Behandlung seiner Lungenentzündung anspreche. Eine Zeitung hatte sogar unter Berufung auf seinen Enkel gemeldet, dass er bald aus dem Krankenhaus entlassen werden solle.

Mandela liegt seit mehr als zwei Wochen mit Lungenproblemen in einem Krankenhaus in Pretoria. Der Zustand des Friedensnobelpreisträgers sei in den vergangenen 24 Stunden schlechter geworden, hieß es in der Mitteilung des Präsidialamts. "Die Ärzte tun alles ihnen Mögliche, damit sich sein Zustand verbessert, und sie versichern, dass er gut betreut wird und sich wohlfühlt. Er ist in guten Händen", erklärte Zuma. Mehr könne er nicht zum Gesundheitszustand Mandelas sagen, so Zuma.

Mandelas Tochter: "Er hat seinen Frieden gefunden"

Mandelas älteste Tochter Makaziwe sagte dem Sender CNN: "Er hat seinen Frieden gefunden. Er hat der Welt so viel gegeben, ich glaube wirklich, er hat seinen Frieden gefunden." In der Tembu-Kultur lasse eine Familie eine Person niemals gehen, bis diese es ausdrücklich verlangt habe. "Mein Vater hat das noch nicht zu uns gesagt", so Makaziwe Mandela. Es sei noch nicht zu Ende: "Nur Gott weiß, wann es zu Ende geht."

Mandelas Lungenprobleme reichen bis in seine Zeit als politischer Gefangener zurück, als er an Tuberkulose erkrankt war. Er war 27 Jahre inhaftiert. 1990 kam er frei und wurde vier Jahre später nach den ersten freien Wahlen erster schwarzer Präsident Südafrikas. Damit war das Ende des Apartheid-Regimes besiegelt. Als Staatschef trat Mandela 1999 zurück. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er 2010 beim Finale der Fußballweltmeisterschaft in Johannesburg.

Die US-Regierung in Washington zeigte sich besorgt um den Zustand Mandelas. "Wir sind in unseren Gedanken und Gebeten bei ihm und seiner Familie", sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayde. Im Weißen Haus verfolge man die Entwicklung genau. US-Präsident Barack Obama bricht Ende der Woche zu einer Afrika-Reise auf, die ihn auch nach Südafrika führen wird.