Neapel: Die Mafia und ihr schmutziges Geschäft mit dem Giftmüll

01. Februar 2014 - 13:56 Uhr

Kampf gegen die Müll-Mafia

Italiens Multiunternehmer, die Mafia, verdient Milliarden nicht nur mit Drogenhandel, Prostitution, Waffen- und Organhandel. Vor allem der Giftmüll, der illegal in der Nähe von Neapel vergraben liegt und dadurch weite Landstriche verseucht hat, füllt die Kassen des organisierten Verbrechens. Selbst radioaktiver Abfall aus Deutschland soll dabei sein. Dies hat dramatische Folgen, denn der Müll verursacht Krebsraten, die gerade unter Kindern in der betroffenen Region astronomisch sind.

Neapel: Das giftige Erbe der Mafia
Der radioaktive Mafia-Abfall verseucht weitere Landstriche, die Krebsraten steigen enorm.

Die Camorra-Hochburg in Casal di Principe ist eine einzige Giftmüll-Deponie aus Industriemüll und hochgiftigen Asbestplatten. Auf Geheiß der italienischen Umweltpolizei graben sich Bagger immer tiefer in die verseuche Erde – auf der Suche nach Fässern mit radioaktivem Abfall aus Deutschland. So hat es der Ex-Mafioso Carmine Schiavone bestätigt.

Jahrzehnte ließ der Staat die Mafia einfach gewähren. Das hat sich nun geändert, denn die Behörden wollen gegen die illegalen Deponien vorgehen. Eigentlich dürfte in manchen Gegenden Kampaniens niemand mehr leben. Denn Böden und Grundwasser sind jenseits aller Grenzwerte verseucht. Doch im Armenhaus Italiens haben die Menschen gar keine andere Chance, als sich weiter mit dem Gemüse von den Feldern zu versorgen.

Immer mehr Menschen erkranken durch die verseuchte Landschaft an Krebs. Die Zahl der Krebsfälle ist mittlerweile um 50 Prozent gestiegen. Vor allem die Lungenkrebsrate bei Frauen hat sich verdoppelt. Selbst Babys werden nach der Geburt krank. Es wird Jahrzehnte dauern und Milliarden kosten, bis das giftige Erbe der Mafia wieder beseitigt worden ist.