Interviewpartner versuchte noch zu schlichten

NDR-Team von Schrankenwärter krankenhausreif geprügelt

An einem Bahnübergang in Niedersachsen kam es zu der Prügelattacke.
An einem Bahnübergang in Niedersachsen kam es zu der Prügelattacke. (Symbolbild)
deutsche presse agentur

Hinterhältiger Angriff auf ein Fernsehteam des Norddeutschen Rundfunks. Bei den Dreharbeiten am Mittwoch (08.09.) in Rastede, Niedersachsen sollte ein Mitarbeiter des Fahrgastverbands Pro Bahn interviewt werden, zu den Filmaufnahmen sollte es aber nicht kommen. Ein Schrankenwärter war mit den Bildern nicht einverstanden und schlug kurzerhand zu.

Interviewpartner wollte schlichten und wird selbst zum Opfer

Gegen 12 Uhr begann das Kamerateam mit seinen Filmaufnahmen am Bahnübergang, der 36-jährige Schrankenwärter wollte diese direkt unterbinden. Es entstand eine hitzige Diskussion zwischen einem 48-jährigen NDR-Mitarbeiter und dem Schrankenwärter. Im Laufe der Auseinandersetzung wurde dieser immer aggressiver und schlug dem NDR-Mitarbeiter schließlich mit der Faust ins Gesicht und gegen den Hinterkopf. Der 40-jährige Interviewpartner versuchte die Situation zu entschärfen und dem Opfer zu helfen, wurde dann aber selbst zur Zielscheibe. Auch er wurde von dem Täter geschlagen.

Männer krankenhausreif geprügelt

Nach seiner hinterlistigen Attacke eilte der bei der Deutschen Bahn angestellte Täter zu seinem Auto, auf dem Weg ließ er seinen Frust noch an einem Stativ samt Fernsehkamera aus. Das Objektiv wurde dabei massiv beschädigt. Die beiden Opfer mussten nach der Prügelattacke in ein Krankenhaus gebracht und behandelt werden. Inzwischen sind der NDR-Mitarbeiter und der Interviewpartner aber wieder wohlauf.

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Deutsche Bahn verurteilt Angriff

Sowohl der NDR als auch die Deutsche Bahn haben das Verhalten scharf kritisiert. „Ich bin erschrocken und entsetzt, dass unsere Mitarbeiter bei vermeintlich ungefährlichen Dreharbeiten solcher Aggression und Gewalt ausgesetzt sind“, sagte Andrea Lütke, Direktorin des NDR Landesfunkhauses Niedersachsen. Die Deutsche Bahn zeigte sich entsetzt und entschuldigte sich bei dem öffentlich-rechtlichen Sender: „Dieser Vorfall schockiert uns und macht uns sehr betroffen. Das gewalttätige Handeln des Mitarbeiters unseres Subunternehmens können wir nicht dulden, es ist absolut inakzeptabel“. Das Unternehmen prüft jetzt rechtliche Konsequenzen gegen den Wärter. Strafrechtliche Konsequenzen hingegen gibt es auf jeden Fall, die Polizei hat Ermittlungen gegen den 36-Jährigen wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung eingeleitet. (dpa/hzi)