Re-Start nach fünf Monaten Stillstand

10 Fakten zur "NBA Bubble" in Disney World

30. Juli 2020 - 6:30 Uhr

NBA-Comeback: Vater-Freuden, Bier-Exen und Verräter-Hotlines

Die NBA ist zurück! Rund fünf Monate nach Unterbrechung der besten Basketball-Liga der Welt wagen LeBron James und Co. in der Nacht auf Freitag in Orlando den Re-Start. Wir haben zehn Fakten rund um die "Blase" der NBA-Stars gesammelt.

Kommentar zur "Bubble": Die NBA muss jetzt Vorbild sein.

1. 141

So viele Tage dauerte die Unterbrechung der NBA. Nach dem positiven Test von Rudy Gobert (Utah Jazz) und seiner legendär-dummen Aktion auf einer Pressekonferenz (er betatschte die Mikrofone der Journalisten, später stellte sich heraus, dass er Corona hatte) zog die Liga Mitte März die Notbremse. 22 der 30 NBA-Teams sind beim Re-Start dabei und auf dem Gelände des ESPN Wide World of Sports in Orlando auf drei Quarantäne-Hotels verteilt. Gespielt wird in drei verschiedenen Hallen.

2. Drei Monate Bubble-Party

Die Playoffs starten Mitte August: Der Meister wird spätestens am 13. Oktober gekürt. Für die erfolgreichen Teams heißt es also: Drei Monate Hotelanlage und "Blasen"-Leben. Für Entertainment und persönliches Amüsement stehen übrigens Tischtennis-Anlagen, Billardtische und diverse Konsolen bereit. Na, immerhin!

3. Twitter-Account bringt den Lagerkoller ins Wohnzimmer

Eine der größten Errungenschaften der NBA Bubble ist der digitale Ableger @NBABubbleLife, der auf Social Media alles – wirklich alles – was die Spieler in der Bubble treiben, in die Welt posaunt. Seien es die DJ-Künste des deutschen NBA-Spielers Maxi Kleber, Dwight Howard, der einsam auf einer Pool-Party einen "Cancun Colada" bestellt, NBA-Stars beim Fischen oder LeBron-Teamkollege JR Smith, der herrlich über das von der NBA bereitgestellte Frühstück im Hotel meckert - dieser Account vertreibt die Quarantäne-Langeweile.

4. Ausbüxen lohnt sich nicht

Stripclub oder nicht, das ist hier die Frage! Offiziell verließ NBA-Routinier Lou Williams wegen einer Beerdigung die NBA-Blase. Weniger offiziell waren dann die Bilder, die kurz darauf im Netz kursierten. Der Clippers-Guard wurde in einem Strip-Club neben Rapper Jack Harlow gesichtet: Konsequenz: NBA-Ermittlungen, öffentlicher Ärger und 10-tägige Quarantäne. Auf seinem Twitter-Account widersprach Williams: "Fragt meine Teamkollegen, was mein Lieblingsrestaurant in Atlanta ist. Da macht niemand Party. Beruhigt euch."

Einer der ersten, der die strengen Corona-Regeln der NBA brach, war Richaun Holmes von den Sacramento Kings. Der 26-Jährige büxte wegen sehr irdischer Gelüste aus – der Hunger trieb ihn vor die Tür, um eine Essenslieferung anzunehmen. Auch er musste zehn Tage in seinem Hotelzimmer in Isolation. "Das ist für ihn zwar blöd, an sich ist es aber ein gutes Beispiel, das zeigt, wie strikt das Ganze hier umgesetzt wird", sagte der deutsche Profi Daniel Theis zum Pizza-Fauxpas.

5. Snitch-Hotline – Bei Anruf Quarantäne! 

Na, wer ruft an? Den Spielern steht in den Hotelanlagen eine sogenannte Snitch-Hotline (Verräter-Hotline) zur Verfügung. Über die Nummer können Fehlverhalten oder Ausbüxerein (siehe oben) gemeldet werden. Dürfte im Falle der Benutzung teamintern allerdings nicht so gut ankommen.

6. Aktionen gegen Rassismus stehen weiter im Vordergrund

A team bus carrying the NBA champions Toronto Raptors basketball team, with Black Lives Matter displayed on the sides, arrives at the Walt Disney World complex outside Orlando, Florida, U.S. July 9, 2020. Toronto Raptors/Handout via REUTERS.  NO RESA
Auf dem Meister-Teambus der Toronto Raptors ist der Spruch "Black Lives Matter" zu sehen
© via REUTERS, TORONTO RAPTORS, CLH/

Lakers-Superstar LeBron James und viele andere Spieler setzen sich bewusst dafür, ein dass Monate nach den ersten Demonstrationen in den USA die gesellschaftliche Debatte um Rassismus und soziale Ungleichheit weiter im Fokus steht. "Die gleiche Energie, die wir auf dem Platz haben, die haben wir für Breonna Taylor", betonte James zuletzt. Die schwarze Amerikanerin war im März im Alter von 26 Jahren bei einem Einsatz in ihrem Haus von Polizisten erschossen worden.

Die NBA hat sich dem Thema als Ganzes verschrieben. So steht auf dem Spielfeld in schwarzen Großbuchstaben der Slogan "Black lives matter" (Schwarze Leben zählen). Einige Profis tragen das Motto auch statt ihres Nachnamens auf dem Trikot-Rücken. Möglich sind auch andere Botschaften. Maxi Kleber von den Mavericks etwa hat sich mit seinen Teamkollegen auf "equality" in der Landessprache geeinigt und wird mit "Gleichberechtigung" über der Nummer 42 auflaufen.

7. Family first: Schröder muss die Bubble verlassen

Dennis Schröder
Die Vorfreude auf den Nachwuchs ist bei Dennis Schröder riesig
© Instagram/@ds17_fg

Zwischen Vaterfreuden und Bubble-Alltag: Der deutsche NBA-Star Dennis Schröder (Oklahoma City Thunder) wird die Quarantäne-Blase bald verlassen. Der Grund ist aber ein sehr schöner. Seine Frau erwartet das zweite gemeinsame Kind. "Ich kann es kaum erwarten", schrieb Schröder bei Instagram.  "Das ist hart für mich. Ich liebe Basketball, aber die Familie kommt immer zuerst", sagte der 26-Jährige bei "Spox". Jeder Profi, der die sogenannte Bubble in Orlando verlässt, muss bei seiner Rückkehr mindestens vier Tage in Quarantäne, wenn er sich während seiner Abwesenheit täglich hat testen lassen.

8. Bier-Exen im Plantschbecken gehört zur Vorbereitung

Scharfschütze JJ Redick kann nicht nur gut Dreier werfen, sondern auch bravourös ein Bier stürzen. Der Pelicans-Spieler zeigte erstaunlich gute Skills im Bier-Exen. Reddick ließ sich zur "Shotgun-Challenge" im Plantschbecken überreden und knallte sich in Sekunden – in bester Ballermann-Manier – das aufgestochene Dosenbier rein. Den "Rebound" schnappte sich Meyers Leonard, der zwar das Plantschbecken wegließ, aber ähnlich stark performte.

9. Moe Wagner: Dit is Berlin!

Dresscode? Egaaaal! Anwärter auf den besten Spruch der Bubble ist Moritz Wagner. Der deutsche Profi in Reihen der Washington Wizards konterte den nicht ganz ernst gemeinen Vorwurf seiner Teamkollegen, er ziehe sich in der Blase schlechter an als sonst mit lässig Berliner Schnauze: "Ich bin aus Berlin in Deutschland. Da juckt es keinen, wie du dich anziehst."

10. Ein Schnäppchen ist die Bubble nicht gerade

Alles für den sicheren Re-Start: 170 Millionen US-Dollar, umgerechnet 145 Millionen Euro lässt sich die NBA die Blase kosten. Das strenge Hygienekonzept hat übrigens über 100 Seiten.