Nazan Eckes besucht Flüchtlingslager Moria

Im abgebrannten Camp spielen noch Kinder im Schutt

17. September 2020 - 17:40 Uhr

Nazan Eckes ist privat in Moria

Nicht als Reporterin, sondern ganz privat ist RTL-Moderatorin Nazan Eckes ist ins abgebrannte Flüchtlingscamp Moria gereist. Auf eigene Faust und gemeinsam mit einem befreundeten Filmemacher – weil sie das Schicksal der Menschen auf der griechischen Insel Lesbos bewegt. Dass es noch schlimmer kommen könnte als bei ihrem Besuch im März, hätte sich Nazan Eckes nicht vorstellen können. Und in den Überresten des Lagers leben noch immer Familien und spielen Kinder im Schutt der abgebrannten Hütten, wie unser Video zeigt.

Polizei will Migranten aus abgebranntem Flüchtlingscamp Moria holen

Doch damit soll nach dem Willen der griechischen Polizei bald Schluss sein: Sie hat am Donnerstagmorgen damit begonnen, die verbliebenen Migranten aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria zu holen. Sie sollen in ein neues, provisorisches Zeltlager ziehen, das die Behörden errichtet haben. "Bisher läuft alles friedlich ab", sagte der Mainzer Arzt Gerhard Trabert, der mit einer Hilfsorganisation vor Ort ist, der Deutschen Presse-Agentur. Trabert schätzt, dass sich noch mehrere Tausend Menschen in und um das zerstörte Lager herum aufhalten.

"Wir müssen die Menschen in das neue Lager holen; wenn sie auf der Straße ausharren, ist das eine Bombe in Sachen Hygiene", sagte der Chef der griechischen Gesundheitsbehörde (EODY), Panagiotis Arkoumaneas, am Donnerstagmorgen dem griechischen Radiosender Skai. Im Einsatz seien rund 170 Beamte.

Migranten haben Angst vor neuem Zeltlager Kara Tepe auf Lesbos

Das Lager von Moria war bei mehreren zeitgleichen Bränden fast vollständig zerstört worden. Mehr als 12.000 Migranten blieben obdachlos. Zur Unterbringung dieser Menschen hat Athen ein Zeltlager unweit des alten von Moria eingerichtet.

In das Zeltlager Kara Tepe sind bisher rund 2.000 Geflüchtete eingezogen. Viele haben Angst, das neue Lager zu beziehen. Sie befürchten, dort eingesperrt zu werden und fordern stattdessen, von der Insel aufs Festland gebracht zu werden.