16. Oktober 2018 - 11:05 Uhr

Löw blendet die Kritik aus

Nach dem bitteren 0:3 in der Nations League gegen Holland wird die Kritik am DFB-Team und insbesondere am Bundestrainer Joachim Löw immer lauter. Beim Duell gegen Weltmeister Frankreich steht auch für den 58-Jährigen viel auf dem Spiel. Von seinem Team forderte Löw "eine Reaktion" - zudem kündigte er personelle Wechsel an.

Endspiel in der Stadt der Liebe?

Der Bundestrainer schläft zurzeit schlecht. Aber nicht wegen der anhaltenden Kritik in seine Richtung, sondern aufgrund eines grippalen Infekts. "Ich war die letzten Tage ein bisschen grippekrank, hatte ein bisschen Halsweh und Gliederschmerzen", sagte Löw vor dem Frankreich-Spiel in der Nations League. Mit dem Druck könne er aber "gut umgehen. Ich weiß, dass das nach solchen Spielen massiv ausfällt, aber wenn das alles war, halte ich es aus", sagte er mit einem Schmunzeln.

Doch bei einer weiteren Niederlage könnten sich die Bundestrainer-Schlafprobleme verschlimmern. Denn folgt auch gegen den Weltmeister eine Pleite, droht dem DFB-Team der Abstieg in die zweitklassige B-Gruppe der Nations League und ein Negativrekord (sechs Pleiten in einem Kalenderjahr). Dann wackelt auch Löws Posten als Nationaltrainer. Deswegen schaltet der Bundes-Jogi vor dem Spiel in Paris in die Offensive.

"Es ist klar, dass es massive Kritik gibt, mit der wir umgehen müssen. Das blende ich als Trainer aber aus", sagte Löw und machte eine Ansage: "Wir wollen mutig und mit Dynamik nach vorne spielen. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir den Charakter haben, den Abstieg zu verhindern." Sein Team müsse nun "eine Reaktion zeigen", forderte Löw.

Neuer steht weiter im Tor

Für das Duell gegen Frankreich versprach Löw personelle Wechsel. "Zwei, drei wichtige Punkte müssen wir verändern. Wir haben die Lehren aus dem Spiel gezogen", kündigte der Bundestrainer an und betonte, dass es "taktisch und personell einige Änderungen geben muss".

An seiner Nummer eins Manuel Neuer will der Bundestrainer aber nicht rütteln. Der Bayern-Keeper musste sich zuletzt massive Kritk von DFB-Rekordspieler Lothar Matthäus anhören. Neuer selbst widersprach und sieht sich weiter auf "einem guten Level", er habe in den letzten Spielen "aber nicht das notwendige Spielglück" gehabt.