Nationalmannschaft: Joachim Löw setzt gegen Frankreich und Peru auf drei Novizen

5. September 2018 - 14:12 Uhr

Löw führt dem DFB-Team frisches Blut zu

Neue Besen kehren gut: Von dieser Weisheit wird gerne Gebrauch gemacht, wenn bei einem Fußball-Club ein neuer Trainer das Zepter übernimmt. Beim DFB geht man einen anderen Weg. Hier sind die Spieler die neuen Besen. Auf die will Bundestrainer Joachim Löw zum Teil in den ersten beiden Spielen der Nationalmannschaft nach der WM gegen Frankreich und gegen Peru (Sonntag, 9.9. ab 20.15 Uhr bei RTL und im Live-Stream bei TV Now) setzen.

Schulz mit großen Chancen auf die Startelf

Zu allem Überfluss heißt auch noch einer der drei Novizen, mit denen Löw seinen Neuanfang wagen will, Kehrer – Thilo Kehrer. Außer dem für 37 Millionen Euro zu Paris St. Germain gewechselten Ex-Schalker sollen auch Nico Schulz (1899 Hoffenheim) und Kai Havertz (Bayer Leverkusen) ihre erste Bewährungschance im Trikot mit dem Adler auf der Brust erhalten.

"Alle drei haben einen guten Eindruck gemacht. Es ist geplant, dass sie in den beiden Spielen zu einem Einsatz kommen", sagte Löw vor dem Duell mit den Franzosen zum Nations-League-Auftakt am Donnerstag in München.

Allerdings dürfte gegen Les Bleus nur Nico Schulz eine realistische Chance auf einen Einsatz von Beginn an haben. Der Hoffenheimer ist links hinten der logische Ersatz für Jonas Hector, der wegen seines früheren Saisonstarts mit Zweitligist 1. FC Köln bei seinem Verein bleiben durfte.

Löw: "Es liegt an uns, das Feuer zu entfachen"

Löw selbst sprach von einem "Neustart", vertraut aber einem Gerüst aus ehemaligen Weltmeistern. Kapitän Manuel Neuer bleibe die Nummer eins im Tor, sagte er. Davor dürften die Münchner Joshua Kimmich, Jerome Boateng, Mats Hummels sowie Schulz verteidigen. Er erwarte von seinen etablierten Größen, "dass sie den Karren anschieben", sagte Löw.

Neben dem gesetzten Toni Kroos könnte im Mittelfeld der formstarke Neu-Münchner Leon Goretzka zum Einsatz kommen. Thomas Müller und Julian Draxler sind wohl erste Wahl auf den offensiven Außen, Marco Reus fällt voraussichtlich die zentrale Rolle und damit das Erbe des zurückgetretenen Mesut Özil zu. Timo Werner wird stürmen.

"Wir sind gewillt, ein völlig anderes Gesicht zu zeigen als in Russland und ein gutes Spiel zu machen", so Löw: "Es liegt an uns, das Feuer zu entfachen." Trainer und Team wollen den Sommer-Albtraum möglichst schnell vergessen machen. Ein Erfolg gegen den Weltmeister und anschließend gegen Peru, wäre ein Signal, dass das Konzept des DFB mit dem 'alten Besen' auf dem Trainerstuhl aufgehen könnte.