Bundesverkehrsminister Scheuer präsentiert Radverkehrsplan

Deutschland soll "Fahrradland" werden

Radverkehr soll gefördert werden.
Radverkehr soll gefördert werden.
© dpa, Moritz Frankenberg, mof

27. April 2021 - 14:48 Uhr

Nationaler Radverkehrsplan

Bis 2030 soll Deutschland zu einem "Fahrradland" werden. Wie das funktionieren soll, steht im Nationalen Radverkehrsplan, den Verkehrsminister Scheuer (CSU) in Hamburg präsentiert hat. Der Plan wurde bereits vom Bundeskabinett verabschiedet und enthält Handlungsempfehlungen und Strategien, um den Radverkehr zu fördern.

Situation von Radfahrern soll sich verbessern

Für Fahrradfahrer soll sich auf den Straßen einiges verbessern. Beim Radverkehrskongress in Hamburg präsentierte Andreas Scheuer die Pläne. Der Bund soll die Rahmenbedingungen stellen, um Länder und Kommunen im Ausbau eines lückenlosen Radverkehrsnetzes zu unterstützen.

  • Mit dem neuen Plan sollen Radschnellverbindungen, Radfernwege, der Lastenräderverkehr und der Ausbau von Fahrradparkplätzen gefördert werden.
  • Außerdem sollen die Wege für Fahrräder und Autos möglichst getrennt geplant werden.
  • Der Plan soll dabei helfen, dass die Menschen in Deutschland anstelle von durchschnittlich 120 Wegen bis 2030 gut 180 Wege pro Jahr mit dem Rad zurücklegen.
  • Dabei sollen Radfahrer sicherer unterwegs sein: Gegenüber 2019 soll die Zahl der im Verkehr getöteten Radfahrer um 40 Prozent sinken.

Um den Plan zu entwickeln, haben sich Bürger mit über 2.000 Ideen eingebracht.

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Scheuer: „Jetzt müssen die Kommunen zugreifen, jetzt muss auch das Geld abfließen“

7. Nationaler Radverkehrskongress in Hamburg - Fototermin vor dem Eingang des Hapag Lloyd-Gebäudes - Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur7. Nationaler Radverkehrskongress in Hamburg - Fototermin vor dem Eingang des H
Verkehrsminister Andreas Scheuer beim Radverkehrskongress in Hamburg.
© imago images/Chris Emil Janßen, Chris Emil Janssen via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Für Radverkehrsprojekte stehen nach Aussage von Scheuer so viele Fördermittel des Bundes zur Verfügung wie noch nie. "Jetzt müssen die Kommunen zugreifen, jetzt muss auch das Geld abfließen", sagte er in Hamburg und reagierte damit auf eine Forderung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes nach mehr Geld und räumte Nachholbedarf ein.

Dessen Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg schrieb in einer aktualisierten Broschüre zur Radverkehrsförderung, ein maßgebliches Hindernis seien die Kommunalfinanzen, die milliardenschwere Investitionsrückstände in der Verkehrsinfrastruktur aufwiesen. Auch die Umweltorganisation Bund weist darauf hin, dass Förderangebote bisher daran gescheitert seien, dass Eigenanteile nicht aufgebracht werden konnten.

Trotzdem sehen die Fahrradlobby und die Kommunen in dem Plan Chancen für die Stärkung des Radverkehrs. Viele Kommunen fördern bereits seit Jahren den Radverkehr und leisten so einen Beitrag zum Klimaschutz. "Mit den zusätzlichen Mitteln für die Radverkehrsförderung besteht die Chance, eine Trendwende für den Radverkehr in allen Kommunen zu schaffen", sagte Gerd Landsberg der Presseagentur dpa. Der Lobbyverband Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club spricht bereits von einer "kleinen Revolution" und fordert sichere, komfortable und lückenlose Radwege.

Nach der Verabschiedung des Radverkehrsplans im Kabinett hatte Scheuer angekündigt, der Bund werde bis 2023 rund1,5 Milliarden Euro in den Radverkehr investieren. Die vom Bund seit Ende Januar zur Verfügung gestellten Sonderzahlungen für den Ausbau der Radinfrastruktur werden nach Scheuers Angaben von Ländern und Gemeinden stark nachgefragt. "Circa 150 Kilometer neue Radwege und 1.790 neue Fahrradstellplätze wurden in den ersten drei Monaten beantragt", sagte der Minister der Funke Mediengruppe.