„Es ist falsch, mich ‚mutig‘ zu nennen“

Natalie Portman reagiert auf Rose McGowans Kleid-Kritik

Natalie Portman und Rose McGowan sind sich gerade nicht grün
© picture alliance

13. Februar 2020 - 17:01 Uhr

Natalie Portman bezieht Stellung zu Rose McGowans Kritik

Mit ihrer bestickten Oscar-Robe wollte Hollywood-Star Natalie Portman (38) darauf aufmerksam machen, dass weibliche Regisseure bei der Verleihung grundsätzlich zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Doch Schauspielerin, Autorin und Aktivistin Rose McGowan (46) gefiel dieser Protest ganz und gar nicht, sie warf Natalie prompt Heuchelei vor. Jetzt kommt die Antwort von Portman.

Rose McGowan empfindet Natalies Protest als „zutiefst beleidigend“

Für ihr schwarz-goldenes Statement-Cape erntete Natalie bei den diesjährigen Oscars viel Lob. Sie hatte darauf die Namen der Filmemacherinnen verewigen lassen, die ihrer Meinung nach ebenfalls für die "Beste Regie" hätten nominiert werden müssen. Stattdessen traf die Academy die Entscheidung zwischen fünf männlichen Regisseuren; es stand - mal wieder - keine einzige Frau zur Wahl. Natalie bekam für ihren Auftritt viel positives Feedback, doch einer Kollegin stieß der Statement-Umhang sauer auf: In einem Facebook-Post bezeichnete Rose McGowan Natalie als "Betrügerin". Sie empfinde es als "zutiefst beleidigend für diejenigen von uns, die die Arbeit tatsächlich machen". Das Tragen des Umhangs sei keinesfalls eine mutige Sache gewesen. Für sie sehe die Aktion eher nach Heuchelei aus. Sie erinnerte außerdem daran, dass Natalie in ihrer 26-jährigen Filmkarriere erst mit zwei Regisseurinnen zusammengearbeitet habe - wovon eine sie selbst sei.

Im Video: Mit diesem Kleid tauchte sie bei den Oscars auf

Natalie Portman bezieht Stellung

Natalies Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: "Ich stimme Frau McGowan zu, dass es unzutreffend ist, mich als 'mutig' zu bezeichnen, weil ich ein Kleidungsstück mit Frauennamen trage", teilte die Schauspielerin in einer Erklärung mit, aus der "People" zitiert. "Tapfer" sei ein Begriff, den sie stärker mit Handlungen wie denen der Frauen verbinde, die in den letzten Wochen unter unglaublichem Druck gegen Harvey Weinstein ausgesagt hätten. Und den BBC News sagte sie: "Es stimmt, dass ich nur wenige Filme mit Frauen gemacht habe". Aber sie habe Kurzfilme, Werbespots, Musikvideos und Spielfilme mit Marya Cohen, Mira Nair, Rebecca Zlotowski, Anna Rose Holmer, Sofia Coppola und Shirin Neshat realisiert. Sie habe versucht, mit anderen Regisseurinnen zu arbeiten, so Natalie. Doch die Projekte hätten nicht funktioniert, erklärt sie in ihrem offiziellen Statement bei "People". 

Zuletzt machte sie klar: "Ich hoffe, dass das, was als ein einfaches Nicken an sie gedacht war, nicht von ihren großen Leistungen ablenkt".

Rose, die sich übrigens als eine der ersten Frauen zum Fall Harvey Weinstein zu Wort gemeldet hatte, hat Natalies Statement bisher nicht kommeniert.