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Naomi Schnittger, Para-Schwimmerin, macht ihre Depression öffentlich

Per Instagram-Post

Para-Schwimmerin macht ihre Depression öffentlich

ARCHIV - 01.08.2016, Berlin: Die Schwimmerin Maike Naomi Schnittger nimmt im Otto Bock Science Center Medizintechnik an einem Pressegespräch zur Nominierung der deutschen Mannschaft für die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro teil. (zu dpa "Beweg
Para-Schwimmerin Schnittger
wk tba pil, dpa, Wolfgang Kumm

Silber bei den Paralympics 2016

Dieser Instagram-Beitrag hat Para-Schwimmerin Maike Naomi Schnittger wohl viel Mut gekostet. In einem sehr emotionalen Post erklärt sie, dass sie an Depressionen leidet. „Meine Depressionen, die mich seit Jahren in unterschiedlicher Intensität gefangen nehmen, haben in den vergangenen Monaten immer stärker zugenommen und ich werde mich daher für einige Zeit in stationäre Behandlung begeben“, schrieb die 27-Jährige bei Facebook und Instagram.

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Die Potsdamerin bat „bei allen Menschen, die mir wohl wollen, schon jetzt um Verständnis dafür, dass ich mich eine Weile lang nicht mehr melden werde, weil ich meine ganze Kraft brauche, um zu lernen, mit meiner Krankheit umzugehen. Mir ist klar geworden, dass sie ein Teil meines weiteren Lebens bleiben wird und dass ich einfach Grenzen habe.“

Die sehbehinderte Schnittger gewann bei den Paralympics in Rio 2016 Silber über 50 Meter Freistil. Die Spiele in Tokio im Sommer sollen für sie besondere werden, da Schnittger im japanischen Yokohama geboren wurde. „Natürlich stehen damit gerade große Lebensträume auf der Kippe und dies hier zu schreiben, fällt mir sehr, sehr schwer“, schrieb sie: „Aber ich bin froh, dass ich jetzt endlich die Kraft gefunden habe, mir einzugestehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann und ich intensivere fachliche Hilfe brauche.“

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Schnittgers Post endete optimistisch. „Für mich geht es jetzt darum, Ruhe zu finden und Heilung. Damit ich möglichst bald meinen Sport, den ich so sehr liebe, wieder aufnehmen kann“, schrieb sie: „Ich habe so viel geschafft in meinem Leben, ich schaffe auch das.“

Hier gibt es Hilfe bei Depressionen!

Depressionen gehören zu den verbreitetsten Krankheiten weltweit und werden doch häufig unterschätzt. Es ist aber wichtig, sie frühzeitig zu erkennen.

Wenn Sie selbst unter Depressionen leiden, können Ihnen diese Beratungsstellen helfen.

Wenn Sie suizidale Gedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (www.frnd.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erreichen Sie Menschen, die Ihnen die Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.